Eh-da-Flächen in Oberndorf sind Aktivposten gegen das Artensterben
Oberndorf. Diese Pflanzaktion in Oberndorf bedeutet praktizierter Natur- und Umweltschutz. Dort dienen Eh-da-Flächen dem Artenschutz als Aktivposten gegen das Artensterben.
Das Flussdorf blüht weiter auf - und möchte damit konkret der Artenvielfalt in der Natur auf die Sprünge helfen. Im Zuge des Eh-da-Projektes in der Gemeinde packten vor kurzem tatkräftige Oberndorferinnen und Oberndorfer ehrenamtlich mit an, um gemeindeeigene Flächen weiter mit heimischer Flora zu begrünen. Von der Gemeinde Oberndorf ernannter Kümmerer der Eh-da-Flächen ist Kurt Fuchs aus der Wingst, der das Projekt seit Beginn mit vielt Kenntnis und Leidenschaft betreut. Mehr als 300 heimische Pflanzen wurden auf der ausgesuchten Fläche hinter Kindergarten und Schule gesetzt.
Zielgerichtet für mehr Biodiversität
Das Eh da-Konzept basiert auf der Tatsache, dass es in der Agrarlandschaft Flächen - Eh da-Flächen - gibt, die ökologisch aufgewertet werden können, ohne sie aus der produktiven Nutzung herausnehmen zu müssen. Das können Straßenböschungen oder Freiflächen sein. Wegesränder mögen zwar für sich gesehen recht schmal wirken, aber durch ihre gesamten Längen kann schon ein erkleckliches Gebiet zusammenkommen, das der Artenvielfalt dient.
Viele Tier- und Pflanzenarten sind in der gegenwärtigen Agrarlandschaft seltener geworden. Blütenpflanzen, Wildbienen, Schmetterlinge und Vögel haben es immer schwerer, geeigneten Lebensraum zu finden. Dem Rückgang der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft soll durch eine gezielte Anpflanzung heimischer Büsche, Blumen und Bäume entgegengewirkt werden, ohne dabei den Flächendruck zu beeinflussen. Diese Eh da-Flächen setzen sich aus verschiedenen Teillebensräumen zusammen. Diese können gezielt gepflegt und entwickelt werden, damit Wildbienen und andere Kleinlebewesen sich hier wohlfühlen. Wildbienenarten haben zum Beispiel für die Blütenbestäubung große Bedeutung. Der Erhalt ihrer Lebensräume ist die Grundlage für ihren Schutz. Die Wildbiene ist daher auch das Markenzeichen
Heimische Büsche und Bäume gepflanzt
Gepflanzt wurden in Oberndorf zum Beispiel Kornelkirschen, weiße und schwarze Maulbeeren, Felsenbirne, Sand- und Sauerdorn, Eberesche, Esskastanie, diverse unterschiedliche Wildrosen wie Carolina-, Hecht-, Büschel- oder Dünenrosen. Dazu kommen n och Obstbäume wie Süßkirsche oder alte regionale Apfelsorten wie Rotfransch oder Holsteiner Cox . Die niedersächsische Bingo Umweltstiftung stellte für das "Eh da-Konzept Oberndorf- Biotopverbünde und Umweltbildung" die maximale Förderung in Höhe von 2990 Euro zur Verfügung.