27.8.1955: Wattwagen vom Blitz getroffen

27.08.2005

Fahrer Johann Fock und Rolf Griebel sowie Münchener Kurgast starben im Watt

she. - Am 27. August 1955 startet Wattwagenfahrer Johann Fock gemeinsam mit Gästen und mehreren Wagen von Duhnen nach Neuwerk. "Es war an sich kein schlechtes Wetter", erinnert sich seine Tochter Ilse Braband, geborene Fock.

Zwar sei ein Gewitter angekündigt gewesen, aber zu sehen war noch nichts. "Etwa eine viertel bis halbe Stunde vor Ankunft auf Neuwerk zogen plötzlich Wolken auf und es gab zwei Donnerschläge", erzählt sie sichtlich gerührt.

"Blitze haben wir am helllichten Tag, es war gegen 12 Uhr, von Neuwerk aus gar nicht gesehen." Die damals 21-jährige Ilse Fock wohnte gemeinsam mit ihren Geschwistern Claus und Eike noch auf der Insel bei ihrer Mutter Alice und war nicht mit aufs Festland gefahren, um die Touristen nach Neuwerk zu holen.

Den Donnerschlägen waren zwei Blitze vorausgegangen, einer davon tötete den 48-jährigen Johann Fock, einen mitfahrenden Gast aus München und auf dem Nachbarwagen den erst 17-jährigen Neuwerker Fahrer Rolf Griebel. Der hatte auf seinem Wagen Bierkisten geladen, erinnert sich Ilse Brabant. "Die Metall-Verschlüsse der Flaschen haben den Blitz angezogen, hat man damals gesagt. Die Wagen waren schließlich die einzige Erhebung im Watt."

Johann Fock stammte aus Wechtern im Land Kehdingen. "Meine Eltern haben sich auf dem Tanzboden in Cuxhaven kennen gelernt", berichtet Ilse Braband. Ihr Vater war von Beruf Landwirt und arbeitete in der Stadt. 1934 haben beide geheiratet und zogen auf die zu Hamburg gehörende Insel. "Durch die Landwirtschaft hatte er einen guten Kontakt zu Pferden", erzählt sie. Dadurch sei er schließlich auch Wattwagenfahrer geworden, "das passte ja gut zusammen". Nach dem Krieg begann Johann Fock damit, regelmäßig Gäste zur Insel zu fahren.

Kurz vor seinem Tod, im April 1955, hatte die Familie gerade neue Fremdenzimmer fertiggestellt, berichtet die 71-Jährige, die noch heute Angst vor Gewitter hat - "im Watt, aber hier im Haus nicht."

Der tragische Tod der drei Männer war zu der Zeit natürlich Dorfgespräch gewesen, erinnert sich Eike Janßen. Die Schwester von Ilse Braband war neun Jahre alt, als ihr Vater starb. "Ich habe nicht viel mitbekommen. Da ich noch zu jung war, musste ich auf den Dachboden gehen, als sie ihn aus dem Watt geholt hatten."

Am 30. August wurden schließlich die beiden Neuwerker beerdigt. "Ein Leichenzug fuhr von Neuwerk nach Duhnen. Entsprechend der Neuwerker Tradition wurde jeder der beiden Wagen mit Sarg von vier Gespannen gezogen und der Zug wurde von vier Reitern an der Spitze angeführt. Auf der Hälfte des Weges wurden diese von vier Reitern vom Festland abgelöst", erzählt Ilse Braband. In Brockeswalde wurden sie beigesetzt.

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