Kleine und mittelgroße Veranstalter von Konzerten und Kulturevents sind nach Worten von Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg aufgrund der Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. Symbolfoto: Pedersen/dpa
Corona-Krise

55.000 Veranstaltungen verschoben: Eventim warnt vor Insolvenzwelle

25.03.2020

BREMEN/KREIS CUXHAVEN. Kleine und mittelgroße Veranstalter von Konzerten und Kulturevents sind nach Worten von Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg aufgrund der Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht.

Sollte es eine bislang geplante aufschiebende Regelung für die Ticketerstattung nicht geben, dann werde die Kulturlandschaft in Deutschland umfassend und dauerhaft Schaden nehmen. "Dann gehen mehr als die Hälfte der deutschen Veranstalter in den Konkurs", warnte Schulenberg, der Europas führendes Ticket- und Live-Entertainment-Unternehmen leitet, der Deutschen Presse-Agentur. Allein bei Eventim seien inzwischen 55.000 Veranstaltungen verschoben worden.

An den Bundestag appellierte er, das Moratorium zu verankern, das noch bis vorigen Freitag im Gesetzentwurf zur Abmilderung der Corona-Folgen gestanden habe. In einem jüngeren Entwurf sei es nicht mehr enthalten.

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Es müsse aber möglich sein, bis 30. September die Rückzahlung von Tickets zu strecken oder abgesagte Veranstaltungen im Herbst nachzuholen. Diesen "absolut steuerkostenneutralen Vorschlag" habe man der Bundesregierung zur Entspannung der Lage unterbreitet. Er sei zumutbar und würde helfen, sonst unvermeidbare Insolvenzen zu verhindern, so Schulenberg. "Es geht um die kleinen und mittelgroßen Veranstalter, nicht um Eventim. Als Eventim sind wir stark genug."

Die Veranstalter hätten für viele Leistungen in Vorkasse gehen müssen und unter anderem für Künstler, Lichtdesigner, Marketing und vieles mehr bereits gezahlt, sagte Schulenberg, der sich auch in einem der dpa vorliegenden Brief an einige Bundestagsabgeordnete wandte. "Wenn jetzt alle kommen und sofort das Geld zurückwollen, das der Veranstalter ja schon ausgegeben hat, in der Erwartung, dass die Show stattfindet, dann wird es sehr, sehr schwierig."

In dem Schreiben an die Parlamentarier betont Schulenberg, dass die deutsche Veranstaltungswirtschaft die "tragende Säule des Kultur- und Freizeitlebens in unserem Land" sei. Die in ganz Deutschland geltenden Veranstaltungsverbote seien ein massiver und zielgerichteter Eingriff in den Geschäftsbetrieb einer ganzen Branche, der ohne Beispiel sei. Ohne geeignete Unterstützungsmaßnahmen werde das zu einem noch nicht absehbaren Schaden für die deutsche Kulturlandschaft führen. (dpa)

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