Nach dem Sommer, in dem es auf den Feldern reichlich Nahrung gab, sind die Wildschweine in den Wald zurückgekehrt. Der Bestand ist im Gebiet zwischen Altenwalde, Berensch und Holte-Spangen sehr hoch und soll nun reduziert werden. Foto: DJV/Reinwald
Sperrungen im Wald

Achtung: Jagd auf Wildschweine in Wald und Heide in Cuxhaven

von Maren Reese-Winne | 05.11.2020

CUXHAVEN-ALTENWALDE/BERENSCH. Am Freitag und Sonnabend werden im Altenwalder und Berenscher Forst Wildschweine gejagt.

 Es handelt sich um eine "Arbeits"- und keine "Gesellschaftsjagd", die ganz kurzfristig für diesen Freitag und Sonnabend anberaumt worden ist - die letzten Genehmigungen, damit alles auch coronakonform abläuft, kamen in dieser Woche. "Dafür wurde ein eigenes Hygiene-Konzept erarbeitet und mit der Infektionsschutzstelle des Landkreises abgestimmt", berichtet Dominik Sucker-Weiß, Revierförster des Forstreviers Altenwalde (Bundesforstbetrieb Niedersachsen).

Prävention vor der Afrikanischen Schweinepest

Neben der Corona-Pandemie gibt es auch noch andere sicherheitsrelevante Themen des Lebens, und damit hängt die Jagd an diesen beiden Tagen zusammen. In Altenwalde und Berensch geht es nämlich darum, den Schwarzwildbestand (Wildschweine) zu reduzieren - auch eine Vorsichtsmaßnahme gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest, betont Dominik Sucker-Weiß.

Klima zum (Sau)-Wohlfühlen

Durchwühlte Gärten und Sportplätze; Spaziergänger, die schon am Waldrand auf Wildschweine treffen; eine Rotte von rund sechs Bachen (Muttertieren) und an die 40 Frischlingen, die im Frühjahr fröhlich durch die Küstenheide schwärmte: Die Wildschweine fühlen sich in Altenwalde und umzu pudelwohl (oder eher sauwohl).

Nachdem im Sommer in den Feldern der Tisch reich gedeckt gewesen sei, kehrten die Wildschweine nun in großer Zahl in den Wald zurück, erklärt Dominik Sucker-Weiß. Von Herbst bis Frühjahr ziehe sich das Schwarzwild in die Küstenheiden zurück und trete dort vermehrt auf, weil es in den anliegenden Feldern keine Deckung mehr finde.

Betreten verboten

Wegen der anstehenden Jagden können Spaziergänger am Freitag und Sonnabend in der Zeit von 8.30 bis 13.30 Uhr (reine Jagdzeit; Sperrung ab 7.15 Uhr) bestimmte Waldstücke und Wanderwege nicht betreten. Am Freitag ist davon Altenwalde betroffen, während der Berenscher Forst noch genutzt werden darf. Am Sonnabend ist der Berenscher Forst in der genannten Zeit ab dem Wisentgehege abgesperrt. Dafür seien die Wege in Altenwalde und durchs Munitionsdepot offen.

Im Vorfeld werden an beiden Tagen an bis zu 20 und mehr Stellen die Zugänge der Waldwege mit Flatterband versehen. Abgesehen davon, dass man diese Absperrungen schon zu seiner eigenen Sicherheit tunlichst nicht umgehen sollte: Laut § 31 des niedersächsischen Waldgesetzes würde es sich dabei auch um eine Ordnungswidrigkeit handeln. Nicht nur durch Geschosse, sondern auch durch jagende Hunde oder herumspringende Sauen könnte der Spaziergang fatal enden. Dominik Sucker-Weiß bittet die Bevölkerung um Verständnis: Alle gesperrten Bereiche könnten bereits ab 13.45 Uhr wieder betreten werden.

Achtung auf den Straßen

Bejagt werden am Freitag der Altenwalder Forst, das Steertmoor (Holte-Spangen) und das ehemalige Munitionsdepot Oxstedt sowie anliegende Bereiche; am Sonnabend der Berenscher Forst mit seinen anliegenden Bereichen (jeweils inklusive Koppeln).

Autofahrerinnen und -fahrer sollten am Freitag auf dem Altenwalder Heideweg und dem Arenscher Weg vorsichtiger fahren als sonst. Auch wenn die Jagdgebiete weit entfernt liegen, könnte mit mehr Wildwechsel gerechnet werden.

Auf Tempo 30 reduziert

Am Sonnabend wird für die Zeit der Jagd die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf den Straßen zwischen Holte-Spangen und Berensch, zwischen Berensch und Oxstedt und auf einem Abschnitt der K 13 von Oxstedt in Richtung Altenwalde (Am Möhlendiek) auf 30 reduziert.

An beiden Tagen sind auch die Nachbarjäger (oder -jägerinnen) der bejagten Bereiche informiert, die sich ebenfalls an den Jagden beteiligen, damit möglichst eine Reduzierung des Schwarzwilds erreicht werden kann, so der Fachmann.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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