AfD entzaubert sich selbst

06.02.2018

Die AfD entzaubert sich selbst. Ein Kommentar von Egbert Schröder.

Was für eine armselige, miese und durchschaubare Nummer ist das denn? Da geht die AfD mit zwei dürren Pressemitteilungen an die Öffentlichkeit: In der einen fordert sie den Rücktritt des Finanzdezernenten, in der anderen kritisiert sie die Auftragsvergabe an die Firma eines Politikers, der im Kreistag aktiv ist. Konkrete Sachverhalte? Da muss die AfD leider passen und beruft sich auf „nicht-öffentliche“ Vorgänge oder auf angebliche „Auffälligkeiten“. Das ist billig und plump – ein Schmierentheater...

Meine Meinung: Entweder ich habe Belege für angebliche Skandale oder ich halte einfach meinen Mund.

Die AfD füttert unter dem Deckmantel der kommunalpolitischen Verschwiegenheit ihre Klientel mit Halbwahrheiten, unbelegten Behauptungen und versucht auf diese Weise, auf sich aufmerksam zu machen. Ist ja auch notwendig: Die AfD-Truppe im Kreistag fällt ja eher durch Sprachlosigkeit, als durch kreative Vorschläge auf. Dann muss eben der Fraktionschef am Wochenende in die Tasten hauen und mit Presseerklärungen zeigen, dass es die AfD im Kreistag tatsächlich gibt.

Ansonsten hält sich der Beitrag der Partei zur Meinungsbildung im Kreistag ziemlich in Grenzen. Vielleicht sollten die AfD-Abgeordneten, wenn sie schon sprachlos in den Sitzungen anwesend sind, zumindest den Anschein erwecken, dass sie in der jeweiligen Thematik stecken.

Eines noch: Es ist üblich, dass auch Unternehmer kommunalpolitisch tätig sind und auch einen Auftrag von der Kommune (oder dem Kreis) erhalten. Wenn sie das günstigste Angebot abgegeben haben, ist das auch in Ordnung. Daraus haltlose Verdächtigungen zu konstruieren, ist lächerlich, solange man keine Beweise hat.

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