Das Café Brüning in Otterndorf schließt zum Ende des Jahres. Foto: Mangels
Kommentar zum Haushalt

Aktive Entwicklung der Otterndorfer Innenstadt

von Wiebke Kramp | 13.12.2018

Der Kirchplatz ist quasi die gute Stube Otterndorfs. Das dort beheimatete Traditions-café Brüning zu pachten, ist genau die richtige Entscheidung der Stadt. In mehrfacher Hinsicht: So wird Leerstand an exponierter Stelle ebenso vermieden wie die Ansiedlung von Telefonläden, Ein-Euroshops oder Imbissen.

Stadtdirektor Harald Zahrte nennt das Café Brüning für Ottterndorf so bedeutsam wie das Café Kranzler am Kurfürstendamm für Berlin. So weit würde ich zwar nun nicht gehen, aber zweifelsohne ist dieser Betrieb eine alteingesessene, etablierte und renommierte Marke sowie feste Größe als Treffpunkt in der Stadtmitte.

Dass die Mehrheitspolitik Geld im Etat verankert, damit es dort zu keinem Still- und Leerstand kommt, ist nur konsequent. In zunächst zwei Jahren soll geprüft werden, ob man eine dauerhafte Lösung hinbekommt. Zudem ist die Marschrichtung vorgegeben, sich aktiv um einen geeigneten Unterpächter zu bemühen, der den Betrieb am Laufen hält. Und nur für den Fall, dass dies so nicht funktioniert, gibt es den Notfallplan, für den ausreichende Mittel im Haushalt eingestellt sind - kostenneutral übrigens, denn Einnahmen und Ausgabenseite sind deckungsgleich. Ein sicherlich ungewöhnlicher und durchaus mutiger Schritt, aber genau so funktioniert aktive Stadtentwicklung.

Das Auftreten der Stadt selbst als Café-Betreiber scheint allerdings relativ unwahrscheinlich. Bürgermeister Thomas Bullwinkel und Stadtdirektor Harald Zahrte werden wohl doch verschont bleiben vom Tortenbacken, Kaffeekochen, Eisrühren und Kännchenservieren. Vielmehr stecke ich voller Zuversicht, dass die Stadt einen geeigneten Betreiber findet, der in der guten Stube Otterndorfs weiterhin für Kaffee- und Kuchengenuss sorgt.

Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

wkramp@no-spamcuxonline.de

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