Der "iLint" verkehrt als erster Brennstoffzellenzug in Deutschland. Foto: Koppe
Kommentar zu Energieträgern

Alternative Wasserstoff? Aufklärung ist angesagt

von Thomas Sassen | 18.04.2019

Bei der Suche nach alternativen Energieträgern rückt derzeit Wasserstoff immer mehr in den Fokus. Dazu ein Kommentar von Thomas Sassen.

Für einen Laien schwer zu beurteilen, wie wahrscheinlich es ist, dass sich die Konzepte von Experten auch umsetzen lassen. Doch, wo immer über alternative Energieversorgung diskutiert wird, stehen die Themen Wasserstoff und Brennstoffzelle hoch im Kurs.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies ist ebenfalls Feuer und Flamme für die Idee, den Norden des Landes mithilfe von Wasserstoffgewinnung zum neuen industriellen Zentrum Deutschlands zu machen. Denn, so seine Argumentation, wer kostengünstig grüne Energie anbieten kann, hat in Zukunft den wesentlichen Vorteil im Wettbewerb um produzierendes Gewerbe. Die Umwandlung von derzeit noch überschüssigem Windstrom aus den Offshore-Windparks mithilfe von Elektrolyse in speicherfähigen Wasserstoff soll dabei die Schlüsseltechnologie auf dem weiteren Weg der Energiewende sein. Wobei es sich nicht um den einzigen Weg handelt, sondern vielmehr um eine Ergänzung im Mix der Energieträger. Bei Fahrrädern und kleinen Autos im Nahverkehr zum Beispiel, biete sich sicherlich weiterhin der Akku als Energiespeicher an, während Lkw, Bahnen und Busse besser mit Wasserstoff betrieben werden könnten, der dann mithilfe der Brennstoffzelle in Strom umgewandelt wird. Am Elektromotor geht ohnehin kein Weg vorbei. Darin sind sich alle Experten einig. Es geht also letztlich um die Frage der effizienten Speicherung von Energie.

Um zu verstehen, wie die Technik funktioniert, brauchen wir Beispiele in der Alltagsanwendung von Wasserstoff sowie Leute, die uns diese erklären können. Der Hinweis, dass das Ganze nicht gefährlich ist, weil Wasserstoff und Brennstoffzelle doch in Autos und im ersten Wasserstoffzug im Elbe-Weser-Dreieck bereits im Einsatz sind, reicht nicht.

Der Bürger muss mitgenommen werden, aufgeklärt über die Chancen und Risiken, weil wir alle am Ende die Energiewende mit vollziehen müssen durch unsere Kaufentscheidung, zum Beispiel beim nächsten Auto.

Thomas Sassen

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tsassen@no-spamcuxonline.de

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