Brut und Setzzeit beginnt

Anleinpflicht für Hunde im Cuxland ab 1. April

23.03.2018

CUXHAVEN. Mit dem Beginn der wärmeren Jahreszeit starten die Tiere in Wiesen und Feldern ihr Brutgeschäft. Daher gilt in der Zeit vom 1. April bis 15. Juli Leinenzwang für Hunde in der freien Natur. In der sogenannten Brut- und Setzzeit brüten die Vögel und die Wildtiere bringen ihren Nachwuchs zur Welt. (tas)

Immer wieder fragen Hundebesitzer nach dem „Warum“ des Leinenzwangs. Sie können oft nicht verstehen, weshalb sie ihren Hund in dieser Zeit an der Leine führen müssen, wie es das Gesetz vorschreibt. Verstöße gegen den Leinenzwang können mit empfindlichen Geldbußen geahndet werden. Aber soweit muss es nicht kommen. Mit ein wenig Verständnis für Natur und Umwelt kann es auch anders gehen.

Nachfolgend benennt der erfahrene Jäger und Jagdaufseher Rudi R. Heinisch aus Altenbruch ein paar Aspekte zu diesem sensiblen Bereich des Naturschutzes: Mit dem Anleinzwang für Hunde solle nicht nur erreicht werden, dass Wildtiere nicht vom Hund gehetzt werden.

Besonders das im Cuxhavener Raum zahlreich vorkommende Rehwild sei davon betroffen. Die weiblichen Rehe würden demnächst ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Derzeit seien sie sozusagen „hochschwanger“. Man stelle sich einmal vor, so Heinisch, eine im neunten Monat hochschwangere Frau würde über einen Trimmpfad mit anschließendem 5000-Meter-Lauf gehetzt.

Mutter und Kind

Sicher wäre das nicht förderlich für Mutter und Kind. Genau so gehe es aber einem weiblichen Reh, das kurz vor der Geburt des Nachwuchses von einem Hund aufgescheucht oder gar gehetzt wird, gibt Heinisch zu bedenken.

Ebenso tragisch seien die Auswirkungen von frei umherlaufenden Hunden, sobald die Rehkitze geboren sind. „Die Rehmama legt ihr frisch Geborenes dann irgendwo ab und verlässt es anschließend, um es dadurch zu schützen. Es wird dann regelmäßig von Mama besucht und gesäugt. Ein frisch geborenes Reh hat nämlich keine Witterung, ein Hund wird das so abgelegte Kitz nicht riechen und finden. Aber: Der Hund, der in der Nähe des abgelegten Kitzes herumstreunt, hinterlässt seine Hundewitterung im Bereich des jungen Rehkitzes. Und genau das ist das Tragische an der Situation: Kehrt die Rehmama zum Kitz zurück, um es zu säugen, dann bemerkt sie die Hundewitterung. Dies wiederum empfindet das Mutterreh als höchste Gefahr“, erklärt der Jäger.

Tragische Folgen

Was folgt, sei tragisch: Die Rehmama würde nicht mehr zum Kitz zurückkehren, weil der Instinkt zum Eigenschutz vor dem Hund größer sei als die Mutterliebe. In der Folge werde das kleine Kitz nicht mehr gesäugt und es verhungere elendig. Solch tragische Abläufe passierten leider, weil bei vielen Hundehaltern das Verständnis und sicher auch die Kenntnis über diese Zusammenhänge fehle, so Heinisch.

Daneben würden durch freilaufende Hunde auch die Bodenbrüter gestört. Darum die eindringliche Bitte an alle Hundebesitzer: „Bitte leinen Sie Ihre Hunde in der Brut- und Setzzeit an, der Natur und Umwelt zuliebe“.

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