Dem Ausbau der Windparks auf See soll in ganz Europa eine Schlüsselrolle bei der Energiewende zukommen. Die EU-Kommission hat dazu ehrgeizige Ziele formuliert. Foto: Ibeler/red
Neue Strategie

Auch in der Nordsee: EU will mehr Offshore-Energie

von Thomas Sassen | 20.11.2020

BRÜSSEL/CUXHAVEN. Die Europäische Kommission hat am Donnerstag ihre neue Strategie für auf See erzeugte erneuerbare Energie präsentiert.

Die Kommission formuliert darin das Ziel, offshore bis zum Jahr 2030 60 Gigawatt und bis 2050 300 Gigawatt an erneuerbarer Windenergie zu erzeugen. Dazu schlägt die Kommission eine Reihe politischer Initiativen zur besseren Nutzung des Potenzials aus erneuerbaren Offshore-Energiequellen in allen Meeren der Europäischen Union vor.

Wichtige Voraussetzung: Zwischen den Mitgliedstaaten abgestimmte Pläne sollen dafür sorgen, bestehende Hindernisse bei Netzinfrastruktur und Marktzugängen zu beseitigen. Darüber hinaus sollen Forschung und Innovation sowie Investitionen stärker öffentlich gefördert und die Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Projekten verbessert werden.

Gemeinsame Strategie

Der Abgeordnete des Europäischen Parlaments David McAllister (CDU) begrüßt die Initiative: "Eine gemeinsame Strategie für den Ausbau und die Nutzung erneuerbarer Offshore-Windenergie ist dringend notwendig." Nur mit einheitlichen europäischen Rahmenbedingungen für grenzübergreifende Offshore-Windenergieprojekte könnten die ambitionierten Klimaziele erreicht und die Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Dazu müsse die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick genommen werden, einschließlich des Ausbaus der Netzanschlüsse an Häfen und Land.

"Dem massiven Ausbau der Offshore-Energie kommt eine Schlüsselrolle zu, um die ehrgeizigen Ambitionen zu erfüllen. Für uns in Norddeutschland ist dieses Thema von besonderer Bedeutung. Die Nordsee ist der weltweit führende Standort für Offshore-Energie und verfügt über weiteres enormes Potenzial. Wir müssen dafür sorgen, dass Verwaltungsverfahren vereinfacht werden und die Unternehmen Planungssicherheit und Anreize erhalten", erklärte David McAllister weiter.

Grüner Wasserstoff

Aufgrund ihres hohen Potenzials an Volllaststunden bieten Offshore-Parks gute Möglichkeiten, mithilfe von "Power-to-Gas" grünen Wasserstoff zu produzieren. Die Europäische Kommission will daher die im Juli vorgelegte EU-Wasserstoffstrategie mit der Offshore-Strategie sinnvoll verzahnen, um Synergieeffekte zu nutzen.

Durch optimierte Marktvorschriften, eine intelligente maritime Raumplanung und substanzielle Finanzierung mithilfe des EU-Wiederaufbauplanes "Next Generation EU" könnten zukunftsweisende Technologien unterstützt werden, die das Klima schützen und die regionale Wirtschaft fördern.

"Der Ausbau der Offshore-Windenergie ist eine der Prioritäten der laufenden deutschen Ratspräsidentschaft. Die vorgelegte Strategie der Kommission muss nun im Rat der Europäischen Union verabschiedet werden. Das Europäische Parlament wird ebenfalls zügig seinen Standpunkt erarbeiten", informiert David McAllister. (red/tas)

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Thomas Sassen

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tsassen@no-spamcuxonline.de

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