Über Ostern soll bundesweit ein radikaler Lockdown gelten, auch Supermärkte sollen vorübergehend geschlossen werden. Foto: Gohlke/dpa
Corona

Auch Supermärkte schließen: Radikaler Lockdown über Ostern

von Redaktion | 23.03.2021

KREIS CUXHAVEN/BERLIN. Der bundesweite Corona-Lockdown wird bis zum 18. April verlängert und über Ostern noch einmal deutlich verschärft.

Die Verhandlungen dauerten bis tief in die Nacht: Bei ihrem Corona-Gipfel haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer nach langer Pause noch einmal zusammengerauft und sich auf eine einheitliche Linie verständigt - und die hat es in sich: Demnach wird der aktuelle Corona-Lockdown in Deutschland um weitere drei Wochen bis zum 18. April verlängert. Darüber hinaus werden die Maßnahmen über Ostern noch einmal verschärft. So sollen vom 1. bis 5. April fast alle Geschäfte geschlossen bleiben. 

Radikaler Lockdown über Ostern

Um die dritte Corona-Welle "ein Stück weit zu durchbrechen" werden nach Angaben von Kanzlerin Merkel der 1. und 3. April zu Ostern "einmalig als Ruhetage" gelten. Dies hat zur Folge, dass über Ostern lediglich am Karsamstag (3. April) der Lebensmittel-Einzelhandel im engen Sinne geöffnet bleibe, wie aus einem Beschlusspapier zum Bund-Länder-Gipfel in der Nacht zu Dienstag hervorgeht. "Die Regelung erfolgt analog zu Sonn- und Feiertagen", sagte Merkel. Das bedeute, dass etwa Tankstellen geöffnet hätten und bestimmte Unternehmen mit entsprechender Genehmigung.

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Strenge Kontaktbeschränkungen

Zudem soll es keine bundesweiten Lockerungen der Kontaktbeschränkungen für die Ostertage geben. Auch die Corona-Notbremse, die regional ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen greift, soll konsequent umgesetzt werden. Auf einer nächtlichen Pressekonferenz bestätigte Merkel die beschlossenen Maßnahmen. Man habe das Virus noch nicht besiegen können, es lasse nicht locker. "Wir sind in einem Wettlauf mit dem Impfen", sagte Merkel. Und je geringer die Neuinfektionen seien, desto schneller könnten Impfungen Wirkung auf die Gesamtlage haben.

Ansammlungen sind verboten

Ansammlungen im öffentlichen Raum werden untersagt, Merkel sprach von einer ernsten Situation, einer schwierigen Phase der Pandemie mitten in der dritten Welle, "die darf nicht zu hoch werden". Bisher sei es ein Weg mit Erfolgen und Rückschlägen gewesen. Merkel appellierte: "Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen." Nach Ostern solle dann eine Phase der "umfangreichen Testung" beginnen.

Harter Lockdown in Niedersachsen

Ganz ähnlich beurteilte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Ergebnisse des Bund-Länder-Gipfels in der Nacht. Weil schwor die Bevölkerung auf einen noch härteren Lockdown über Ostern ein. "Eine kurze aber konsequente Phase des Stillstands kann dazu führen, die Dynamik der Infektionswelle zu brechen und zu dämpfen", sagte Weil in der Nacht zum Dienstag. "Es geht darum, das Infektionsniveau zu begrenzen bis die Teststrategie greift."

Appell des Ministerpräsidenten

Weil appellierte an die Menschen, die Beschränkungen in bisher nie da gewesenem Umfang zu beachten. "Bitte lassen Sie sich mit uns zusammen auf dieses Vorgehen ein. Bitte halten sie sich über Ostern mit direkten Begegnungen zurück, bitte verzichten sie auf jede nicht unbedingt notwendige Mobilität", so Weil. "Ich betrachte den harten Lockdown über Ostern als eine Durchbrechung der zermürbenden Spirale von immer neuen Schließungen und zaghaften Lockerungen."

Teilerfolg für Niedersachsen

Zugleich verwies Weil darauf, dass Niedersachsen sich bei den Bund-Länder-Beratungen mit seiner Idee von Öffnungen im Handel kombiniert mit Schnelltests durchgesetzt habe. "Gleichzeitig soll im Rahmen von Modellvorhaben durch gezieltes Testen der Zugang zum Einzelhandel und zur Gastronomie, zu Kultur- und Sportveranstaltungen geöffnet werden." Durch aktuelle Negativtests könnten sichere Zonen geschaffen werden, in denen Menschen Angebote angstfrei wahrnehmen sollen. "Testungen helfen so, Freiheitsrechte wieder wahrzunehmen." Der Preis für all das sei der harte Oster-Lockdown.

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