Beginn einer Spendenaktion

Ausstellung von Ostener Juden-Familie

24.05.2013

HEMMOOR. Es war eine bewegende Eröffnungszeremonie. Insgesamt 14 Schüler der Hemmoorer Förderschule Am Alten Postweg präsentierten am gestrigen Donnerstag ihre Arbeiten über das Leben und Schicksal der Ostener Judenfamilie Philippsohn. Eine tragische Geschichte, denn die dreiköpfige Familie musste ihren Heimatort im Jahr 1941 verlassen, wurde in ein Lager nach Minsk deportiert und kehrte nie zurück .

Die Erinnerung an Adolf Philippsohn, seine Frau Irmgard und Tochter Anna-Luisa wird schon viele Jahre in Osten wach gehalten.Ersichtlich für jeden seit 2001 durch die Umbenennung der Straße „Am Dubben“ in „Philippsohnstraße“. Diese Straße führte direkt zum Haus der jüdischen Familie. Aber auch schon die Brüder Dr. Manfred und Rüdiger Toborg haben im Jahr 2004 ein Heft über die Ostener Familie veröffentlicht.

Nun haben sich 14 Schüler der Geschichte angenommen. Im Rahmen einer Projektarbeit erarbeiteten sie sich zahlreiche Fakten rund um das Leben der Philippsohns. Sie lernten die schreckliche Vergangenheit am persönlichen Beispiel dieser einen Familie kennen – und bauten sofort eine emotionale Verbindung auf, wie die betreuenden Lehrer Lasse Weritz und Désiré Funk berichteten. „Die Schüler waren unwahrscheinlich engagiert“, sagen sie stolz. Der Lohn der Arbeit: Aus dem einwöchigen Projekt ist eine kleine Ausstellung entstanden.

Alle zusammengetragenen Fakten rund um die Familie Philippsohn sind anschaulich auf großen Plakaten und Stellwänden verarbeitet worden. Zu sehen ist die Ausstellung ab sofort im Forum des Rathauses Hemmoor. Ein genaues Ausstellungsende wurde noch nicht vereinbart. Verwaltung und Schule versprachen aber, dass die Exponate noch einige Wochen dort zu sehen sind.

„Als Samtgemeinde unterstützen wir das gerne“, sagte Samtgemeindebürgermeister Dirk Brauer während der offiziellen Eröffnung. Auch Ostens Bürgermeister Carsten Hubert war beeindruckt und auch sichtlich gerührt von der Schülerarbeit. Er wurde im Vorwege auch als Schirmherr der Ausstellung auserkoren.

Denn diese soll nur der Anfang einer großen Spendenaktion sein, wie die Schüler mitteilten. Ziel ist es sogenannte „Stolpersteine“ für die drei Philippsohns in Osten zu bekommen. Mit diesen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Doch dieses Unterfangen kostet Geld. Geld, das die Schule nicht hat. Sie erhofft sich durch diese Ausstellung aber die eine oder andere Spende. Bereits bei der Eröffnung füllte sich die Spardose recht schnell.

Ostens Ortsheimatpfleger Frank Auf dem Felde versprach den Schülern sogar seine Vergütung für das Jahr 2013 in Höhe von rund 210 Euro zu spenden. Ein sehr guter Anfang für das Projekt mit den Erinnerungstafeln, die laut Bürgermeister Hubert am Ostener Fährkopf einen sehr geeigneten und würdigen Platz finden würden.

Von Jan Unruh

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