Die Ampel nach dem Ortsausgang springt ständig um; der Verkehr quält sich voran: Diesen Montag hielt sich das Phänomen schon in deutlichen Grenzen und die Grünphasen waren länger - vielleicht schon eine Reaktion auf die Beschwerden? Foto: Reese-Winne
Verkehr

Autofahrer genervt: Ampel stoppt den Berufsverkehr in Altenwalde

von Maren Reese-Winne | 10.12.2019

ALTENWALDE. Der Dauer-Stau auf der L 135 morgens vor Schulbeginn ist für Altenwalder und Pendler aus dem Raum Nordholz und umzu ja schon nichts Neues mehr. Aber in der letzten Zeit habe sich das Problem deutlich verschärft, berichteten Eltern von Schulkindern vergangene Woche in der Ortsratssitzung.

Inzwischen steckten selbst die Busse mit den Fahrkindern so im Stau, dass die Kinder schon mehrfach zu spät zur Schule in der Stadt gekommen seien - teilweise bis zu 20 Minuten später, so ein Vater.

Aus Kreisen des Ortsrats und der Zuhörer gab es reichlich Zustimmung und eigene Erfahrungsberichte. Das ungeschriebene Gesetz, dass man Altenwalde bis 7.30 Uhr durchquert haben sollte, um es noch pünktlich in die Stadt zu schaffen, gelte schon lange nicht mehr. Inzwischen müssten 15 bis 20 Minuten mehr Zeit als früher üblich eingeplant werden; von insgesamt bis zu 40 Minuten Fahrzeit wurde berichtet.

Als Ursache vermuten die Bewohnerinnen und Bewohner, dass bei den jüngsten Bauarbeiten am Autobahnzubringer vor einigen Wochen etwas an der Schaltzeit der dortigen Ampel verändert worden ist. Der Verkehrsfluss komme jedenfalls immer schon nach wenigen Autos wieder zum Stehen.

Durch den ganzen Ort

Das führt dazu, dass sich der Verkehr zeitweilig bis mitten in den Ort oder noch weiter bis zur Robert-Koch-Straße staut. Am allerbesten sei der Verkehr geflossen, als die Ampel mal reparaturbedingt ausgeschaltet gewesen sei, berichtete Ortsbürgermeister Ingo Grahmann (SPD).

Die Ampel am Autobahnzubringer sei auch nicht an den Cuxhavener Verkehrsrechner angeschlossen, so Grahmann. Er erinnerte auch daran, dass alle Bestrebungen für einen Kreisel - sowohl an der Autobahnzubringer-Kreuzung als auch am Ortseingang an der Einmündung "Altenwalder Heideweg" - seit Jahren von den Behörden zurückgewiesen würden - mit der Begründung, dass es sich hier nicht um Unfallschwerpunkte handle.

Diese Einmündung war auch ein Thema, als unsere Redaktion bei Facebook schon mal Meinungen und Erfahrungen einholte. "An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen, die mich täglich gegen 7.30 netterweise aus dem Altenwalder Heideweg in Richtung Cux-City rauslassen", dieser nette Dank von "Jørg Nor-Truck Huhn" wird gleich von mehreren anderen unterschrieben.

Und auch das im Ortsrat beschriebene Phänomen wird bestätigt: "Mir scheint, dass die Autobahnzubringer-Ampel einfach zu früh schaltet, wenn Verkehr aus Cux auf dem Abbieger zur Autobahn steht. Kaum ist dann die Stahlschlange in Bewegung, wird sie wieder gebremst. Kaum, dass mal nicht alle drei Minuten Rot ist, fließt es wie verrückt", schreibt Dominic Küchler.

Ampel mit Eigenleben

Das deckt sich mit der Erfahrung von Sarah Silva Faustino: Komme sie vom Autobahnzubringer, um links nach Altenwalde abzubiegen, sei für sie die Ampel fast immer sofort grün - "sprich Eure natürlich immer rot! Da stimmt doch was nicht!"

Yvonne Schütze berichtet, dass die Ampel sogar umschalte, wenn überhaupt kein Fahrzeug an der Ausfahrt stehe. Anrufe bei der Straßenmeisterei Otterndorf hätten keinen nachhaltigen Erfolg gebracht.

Die zu vielen Ampeln in kurzen Abschnitten im Ort und kurz danach machten die tägliche Fahrt zu keinem Vergnügen. Spätestens um 7.20 Uhr müsse man "durch" sein, so die Erfahrung von TC Mustafa Korkmaz; sonst stünden die Auto bereits an der Kasernen-Kreuzung.

So, wie es jetzt sei, gehe es jedenfalls nicht, fanden die Ortsratsmitglieder und gaben der Verwaltung den Auftrag mit herauszufinden, woran das Dilemma liegen kann.

Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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