Beim Treffen ging es auch um die Sedimentveränderungen des Döser und Duhner Watts. Foto: Reese-Winne
Elbvertiefung

"Bagger nicht verantwortlich für Schlickwatt"

11.07.2019

CUXHAVEN. Vertreter der Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen sowie Hamburg und der Wasser- und Schifffahrtsämter Hamburg und Cuxhaven sowie der Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) trafen sich kürzlich in Cuxhaven zu ihrem jährlichen Abstimmungsgespräch über Baumaßnahmen und Nassbaggerarbeiten entlang der Tideelbe.

Dabei kamen auch die in der Öffentlichkeit breit diskutierten Sedimentveränderungen des Döser und Duhner Watts ausführlich zur Sprache.

Grundlage der Fachgespräche war eine gemeinsame Stellungnahme der "Forschungsstelle Küste" des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW). Das Gutachten dient als wissenschaftliche Basis für das weitere Vorgehen bei der Verbringung von Baggergut in den Mündungsbereich der Elbe, aber auch für zukünftige Einvernehmensverhandlungen der Fachbehörden.

Kein Anteil an Verschlickung

Das Fazit der Gutachter sagt im Wortlaut aus: "Die morphologischen und sedimentologischen Untersuchungen, die sedimentologisch-chemischen Untersuchungen sowie die hydronumerischen Modelluntersuchungen passen widerspruchsfrei zusammen." Mit anderen Worten: Zur Frage der Herkunft des Schlicks im Watt bedeute dies, dass die Feinsedimente im Baggerschlick aus der Tideelbe keinen beziehungsweise nur einen geringen Anteil an den Schlickablagerungen im Cuxhavener Watt einschließlich des Döser und Duhner Watts hätten.

Da die Analysen der Proben aus den Schlickablagerungen keinen eindeutigen chemisch-biologischen "Fingerprint" aufwiesen und Modelluntersuchungen auf Grund von Annahmen durchzuführen sehr aufwendig und nicht zielführend sei, lasse sich die Frage der hauptsächlichen Herkunft der Feinsedimente im Watt vor Cuxhaven nicht klären, teilt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Cuxhaven in einer Presseerklärung mit.

Leitdamm verantwortlich

Bisheriger fachlich unzweifelhafter und von allen beteiligten Institutionen mitgetragener Wissensstand sei es hingegen, dass die Veränderungen des Döser und Duhner Watts im Wesentlichen durch eine Langzeitwirkung des Leitdammbaus bei der Kugelbake sowie möglicherweise zusätzlicher kleinerer örtlicher Maßnahmen des Landes geprägt seien. Ein Zusammenhang mit der Verbringung von Baggergut in der Außenelbe aus der Fahrrinnenunterhaltung von Hamburg Port Authority und Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sei nach wissenschaftlich begründeter und somit belastbarer Einschätzung der Fachbehörden nicht nachweisbar und somit nicht gegeben.

Gutachten präsentieren

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Cuxhaven (WSA) wollen die gutachterlichen Ergebnisse noch im Herbst dieses Jahres bei einem Workshop vorstellen und mit den Beteiligten vor Ort diskutieren.

Lesen Sie auch...
Durch moderne Kommunikation

Flaschenpost gefunden: Reaktion nach Jahren von Nordsee nach Freiburg

21.02.2020

LANGEOOG/FREIBURG. Im Nordseeurlaub übergibt ein Mädchen dem Meer eine Botschaft - knapp acht Jahre später wird ihre Flaschenpost gefunden und dank modernen Kommunikationsformen auch die Autorin. 

Wattenmeer

Ungewöhnliche Lebewesen vom Sturm an den Nordseestrand gefegt

20.02.2020

KREIS CUXHAVEN. Der Nordseestrand bietet nach den lang anhaltenden Stürmen der letzten Tage oft ein buntes Bild: Seesterne, Muscheln, Krebse und manchmal auch erschöpfte Seevögel sind vielerorts am Ufer zu finden.

Tiere

Erschöpfung: Stürme machen Robben im Wattenmeer zu schaffen

19.02.2020

KREIS CUXHAVEN. Die Winterstürme machen den Robben und Seehunden im Wattenmeer schwer zu schaffen.

Interview

Nordsee: "Eis schmilzt - Land erwärmt sich - Meeresspiegel steigt"

von Wiebke Kramp | 17.02.2020

KREIS CUXHAVEN. Als Meeresbiologin auf Helgoland und Sylt hat Prof. Dr. Karen Wiltshire den Klimawandel längst auf dem Schirm - mit all seinen Konsequenzen wie Erwärmung der Nordsee, Einwanderung wärmeliebender Arten, dem Meeresspiegelanstieg, der Veränderung von Wettermustern und der Zunahme der Erderwärmung durch den CO2-Eintrag.