Neue Sicherheitsverordnung

Bedrohung für Cuxhavener Museumsschiff

18.10.2016

CUXHAVEN. Die deutschen Traditionsschiffe sind akut bedroht. Nicht vom Holzwurm, dem Rost oder dem Zahn der Zeit. Von Thomas Sassen

Es ist die Bürokratie, die das Überleben von alten Dampf-, Segel-und Motorschiffen infrage stellt. Das Bundesverkehrsministerium will mit verschärften Sicherheitsvorschriften „für Bau und Ausrüstung von Traditionsschiffen“ Maßstäbe aus der Berufsschifffahrt anlegen. „Wenn das so umgesetzt wird, können wir nicht mehr fahren“, kritisiert Hermann Lohse, Vorsitzender des Fördervereins Feuerschiff Elbe 1.

Enak Ferlemann, zuständiger CDU-Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium sieht das sehr viel entspannter. Seiner Einschätzung nach dürfte es für Cuxhavens schwimmendes Wahrzeichen kein Problem sein, die Anforderungen auch künftig zu erfüllen. Zum Beginn 2017 soll die Verordnung gelten, damit die Schiffseigner ausreichend Zeit für die Umsetzung haben.

Sonderstatus für Traditionsschiffe aufgehoben

Die bisherige Sicherheitsrichtlinie berücksichtigte den Sonderstatus der zum großen Teil über einhundert Jahre alten Traditionsschiffe. Jetzt sollen weite Teile der Vorschriften an die berufliche Passagierschifffahrt angeglichen werden. Sie bestimmen nicht nur, wie die historischen Wasserfahrzeuge gebaut und ausgerüstet sein müssen, sondern auch, dass die ehrenamtlichen Besatzungen Qualifikationen ähnlich wie Berufsseeleute besitzen müssen, die außerdem ebenso regelmäßig zu erneuern sind.

Dazu zählen der Basislehrgang Schiffssicherheit, ein erweiterter Medizinkurs, ein Kurs für Atemschutzgeräteträger sowie der Nachweis der Seediensttauglichkeit, der von den Patentinhabern alle zwei Jahre erneuert werden muss. Das Ganze kostet eine Menge Zeit und Geld für diejenigen ehemaligen Berufsseeleute, die sich nach ihrer Verrentung noch ein paar Jahre auf Traditionsschiffen engagieren wollen.

„Das ist ganz und gar unmöglich. Unter diesen Vorgaben können wir keine Leute motivieren, als ehrenamtliche Besatzung auf unserem Feuerschiff zu fahren“, ärgert sich Lohse.

Noch finden sich mit Glück Leute wie Ralph Streller, die einen großen Teil ihrer Freizeit opfern, um die „Elbe 1“ in Fahrt zu halten. Er ist ein Glücksfall für den Verein. Seit drei Jahren fährt der 51-Jährige in seiner Freizeit die „Elbe 1“ als Kapitän. Hauptberuflich ist er Schiffsführer auf der „Baumrönne“ vom Wasserstraßen-und Schifffahrtsamt. Inzwischen kümmert sich Streller als stellvertretender Vorsitzender auch um Organisatorisches im Förderverein.

Bis zu 60 Gäste bei Fahrten an Bord

Bis zu 60 Gäste können bei Tagesfahrten auf der „Elbe 1“ mitfahren, die das Wasser-und Schifffahrtsamt 1988 außer Dienst gestellt hat. Seit 2003 werden regelmäßige Fahrten mit Passagieren angeboten.

Für die Besatzung ist das mit einer Menge Verantwortung verbunden. Nicht nur für den Kapitän und den zweiten Nautiker. Zur Mannschaft gehören außerdem zwei Maschinisten und vier Decksleute sowie bis zu acht Personen im Service.

„Kommt die Verordnung, haben wir einen unglaublichen bürokratischen Mehraufwand, ohne das die Sicherheit tatsächlich erhöht wird“, kritisiert Lohse. Die Mehrkosten für Schulungen und zusätzliche Sicherheitsausrüstung schätzt er auf rund 50 000 Euro jährlich.

Dabei sei es heute schon schwierig die gut 100 000 Euro einzufahren, die der Unterhalt des Schiffes kostet. Zusätzlich zu den jährlich 106 000 Euro die die Stadt Cuxhaven als Eigner jährlich überweist. Das ist in der Hauptsache der Lohn für die beiden Festangestellten. 

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