Die Jubilarin Frida Heinbockel mit ihrer Urenkelin Jaane Frida. Foto: red
Ein Jahrhundert erlebt

Besonderes Jubiläum: Neuenkirchenerin feiert 100. Geburtstag

13.11.2020

NEUENKIRCHEN. Die Neuenkirchenerin Frida Heinbockel feiert ihren 100. Geburtstag. Die hochbetagte Jubilarin organisiert sogar noch Teile ihres Haushalts selbst.

100 Lebensjahre zu erreichen, das ist schon eine stolze Leistung, die man sich nicht nur selbst erarbeitet, sondern die einem auch mit viel Glück "geschenkt" wird. Frida Heinbockel muss diesen seltenen Geburtstag am heutigen Freitag, 13. November, bedauerlicherweise wegen Corona ohne viel Besuch feiern.

Der große "Bahnhof" fällt aus. Frida Heinbockel wuchs in Osterbruch bei den Großeltern auf einer bescheidenen kleinen Hofstelle auf. Ihre Mutter suchte derweil eine Lebensmöglichkeit in den USA. Die Mutter kam zurück, heiratete erneut und übernahm mit Mann, Frida und zwei Halbgeschwistern in Neuenkirchen einen kleinen Bauernhof.

Mann im Krieg kennengelernt

Nach der Schule nahm Frida eine Arbeitsstelle als Hausgehilfin in Cuxhaven an. Bevor sie ihren Mann Werner, den sie während des Krieges kennen und lieben gelernt hatte, heiraten konnte, bekam sie eine schwere Kinderlähmung und musste lange Monate in einem Krankenhaus verbringen. Die Krankheit behindert sie bis heute.

Frida Heinbockel brachte drei Töchter zur Welt. Dank ihres Organisationsgeschicks und harter Arbeit konnte sie zusammen mit ihrem Mann die Familie in Bescheidenheit, aber mit ganz viel Freude, durch die harte Nachkriegs- und Aufbauzeit bringen. Schließlich konnte sich die Familie unter großen Mühen ein eigenes Haus leisten, in dem Frida Heinbockel nach dem Tod ihres Mannes noch heute lebt. Der Tod der mittleren Tochter vor einigen Jahren war ein schwerer Schicksalsschlag in ihrem Leben.

Plattdeutsch sitzt noch

Ihren Haushalt kann Frida Heinbockel zum Teil noch selbst organisieren. "Kann ick allns sülvst", wie sie auf Plattdeutsch zu sagen pflegt. Unterstützt wird sie von wenigen Pflegerinnen, ihrer ältesten Tochter und dem nebenan wohnenden Schwiegersohn. Ihre größte Freude sind neben ihren geliebten vier Enkeln und fünf Urenkeln noch Spielen, Rätseln und Lesen, neben Büchern auch täglich die Niederelbe-Zeitung von hinten bis vorne: "Alles gut für den Kopf", wie sie sagt. Telefonieren ist wegen der ihr lästigen Schwerhörigkeit oft schwierig. Ihre Kinder, Enkel und Urenkel, gratulieren von ganzem Herzen und wünschen ihr noch viel Freude, Durchhaltekraft und Gesundheit an und in ihrem weiteren Leben.

CNV-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

CNV News-Podcast - Hören statt lesen!


CNV Podcast "Auf Tauchgang"

Lesen Sie auch...
Auch im November

Belumer Wildblumenwiesen: Das Projekt blüht und gedeiht

von Wiebke Kramp | 27.11.2020

BELUM. Die Patenschaften für die Belumer Wildblumenwiesen werden weiterhin vergeben. Eine weitere Aufwertung erfolgt.

Geflügelpestausbruch

Vogelgrippe: Teile Hadelns stehen unter Beobachtung

von Ulrich Rohde | 26.11.2020

LAND HADELN. Teile der Samtgemeinde Land Hadeln und der Gemeinde Balje sind im Rahmen der Geflügelpest-Verordnung als Beobachtungsgebiet eingestuft worden.

"Als der Krieg zu Ende ging"

Buch über das Kriegsende in Hemmoor: Vorbestellungen möglich

von Egbert Schröder | 26.11.2020

KREIS CUXHAVEN. Zwei Hemmoorer Autoren haben mit Zeitzeugen gesprochen und ihre individuellen Schilderungen in einem Buch festgehalten.

Es gibt auch Gewinner

Tourismus-Saison in Otterndorf: "Mit blauem Auge davon gekommen"

von Wiebke Kramp | 26.11.2020

OTTERNDORF. Die Zahlen der Tourismus-Saison in Pandemie-Zeiten in Otterndorf sind nicht so düster wie zunächst gedacht.