Uwe Zucchi
Alte Masche

Betrüger im Cuxland erneut erfolgreich mit Enkeltrick

12.09.2018

KREIS CUXHAVEN. Wieder einmal versuchen Betrüger im Kreis Cuxhaven derzeit, Geld und Wertsachen mit dem "Enkeltrick" zu erbeuten. (red)

Am Freitag hatten Unbekannte zunächst in Bremerhaven zugeschlagen. Auch eine ältere Dame in Hagen wurde Opfer der Masche.

Ein 86-Jähriger aus dem Bremerhavener Ortsteil erhielt am Freitag einen Anruf. Laut Polizeiangaben habe der Mann am anderen Ende der Leitung gesagt, er sei der Enkel. Er benötige die Hilfe seines "Großvaters" bei einem Immobilienkauf. Ihm sei dann erklärt worden, dass ein Bote das Geld bei ihm abhole. Ein junger, sportlicher Mann mit Brille klingelte später und nahm einen Umschlag mit mehreren tausend Euro entgegen.

Am gleichen Tag wurde auch eine 79-Jährige aus Hagen um ihr Erspartes gebracht. Eine Frau rief bei der Senioren an und erzählte ihr ebenfalls etwas von einem Immobilienkauf. Die Seniorin holte das Geld von der Bank und übergab es einem Komplizen. Der Betrüger sei 30 bis 40 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß und trage kurze, nach hinten gekämmte Haare, so die Polizei. Die Betrüger hätten sich eine Geldsumme im fünfstelligen Bereich erbeutet.

Die Polizei bittet Angehörige, ihre Eltern und Großeltern über die Betrugsmasche aufzuklären. Bürger sollten immer misstrauisch sein, wenn sich der Anrufer am Telefon nicht mit Namen melde. Deshalb sollten Angerufene nicht raten, wer am andere Ende der Leitung ist, sondern grundsätzlich den Anrufer auffordern, seinen Namen selbst zu nennen.

Gibt sich der Anrufer als Verwandter aus, sollten Bürger immer nach Dingen fragen, die tatsächlich nur der Verwandte oder Bekannte wissen können. Außerdem sollten sie sich nicht unter Druck setzen lassen. Senioren sollten sich die Zeit nehmen, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen, indem sie zunächst einmal die jeweilige Person unter der Telefonnummer anrufen, die ihnen bekannt ist.

Außerdem solle man die Sachlage mit Familienangehörigen besprechen, wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen fordere. Zudem sollten Bürger niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen übergeben.

Bei verdächtigen Anrufen informieren Bürger umgehend die Polizei unter Telefon 110. Hier melden sich auch Personen, die bereits Opfer eines Enkeltricks geworden sind. Sie sollten die Tat unbedingt anzeigen, um andere Personen zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.

Außerdem sollten Bürger ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen, rät die Polizei. Aus einer Herta Schmidt werde H. Schmidt. So könnten die Täter ihre Opfer laut Polizei gar nicht mehr ausfindig machen. Wertsachen oder höhere Geldbeträge sollten nicht zu Hause aufbewahrt werden, sondern bei der Bank oder im Bankschließfach.

Die Polizei bietet auch Vorträge oder Beratungen durch das Präventionsteam der Polizeiinspektion Cuxhaven an. Nähere Informationen gibt es unter Telefon (0 47 21) 57 30.

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