Bremerhaven hat sich ebenfalls als Standort für ein Tesla-Werk beworben. Aber die Konkurrenz ist groß. Nun wurde die Bewerbung aktualisiert. Foto: Kaszerman/ZUMA Wire/dpa
Bewerbung als Standort

Bremerhaven ringt weiter um Tesla

12.09.2019

BREMERHAVEN. Hat Bremerhaven das Rennen um US-Milliardär Elon Musk und seine Tesla-Fabrik verloren?

Vor Kurzem gab es Hinweise, dass Emden bei dem US-Elektroauto-Pionier hoch im Kurs steht. Die Seestadt hatte sich ebenfalls als Standort für die künftige europäische Tesla-Fabrik beworben. Sie hat mit Hilfe des Landes bei der Bewerbung jetzt nochmals nachgelegt.

Das bestätigt Kai Stührenberg. Die Bremer Wirtschaftsförderungsgesellschaft WFB, die im Land Bremen für internationale Akquise zuständig ist, habe im Juli die Bewerbung aktualisiert, sagt der Sprecher von Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke).

Das Wirtschaftsministerium in Hannover hatte mitgeteilt, dass Tesla-Vertreter sich in Niedersachsen umgeschaut haben. Man habe potenzielle Standorte präsentiert. Im Gespräch war demnach Emden als Standort für eine Auto- und Batteriefabrik. Emden bietet nicht nur einen Hafen, sondern ist auch Standort eines VW-Werks, das künftig komplett auf die Fertigung von Elektroautos umgestellt werden soll. Als weiterer Standort wurde Dörpen im Landkreis Emsland gehandelt.

Luneplate als Standort

Bremerhaven hatte sich bereits vor zweieinhalb Jahren ins Gespräch gebracht. Wirtschaftsförderer Nils Schnorrenberger hatte das Gewerbegebiet Luneplate angeboten und dabei auf die Ausrichtung des Hafens auf Nordamerika und die Erfahrungen als Europas großer Auto-Umschlagplatz verwiesen. In den vergangenen Monaten hatten mehrere offizielle Schreiben des ehemaligen Wirtschaftssenators Martin Günthner, des Oberbürgermeisters Melf Grantz (beide SPD) sowie der Wirtschaftsförderung BIS und der WFB Bremen das Interesse untermauert.

Nun hat die WFB die Unterlagen aktualisiert und die Bewerbung an die Tesla-Chefs in Deutschland, den Niederlanden und den USA verschickt. "Die Luneplate wäre aus Sicht des Landes ein geeigneter Standort für Tesla", sagt Stührenberg. Die WFB hat zudem die Vorzüge des gesamten Landes hervorgehoben und auf die Kompetenz in erneuerbare Energien, die vielen Zulieferbetriebe für den Automobilbau, die Fachkräfte, die Kompetenz in der Auto-Logistik und für Elektromobilität sowie die leistungsstarken Häfen hingewiesen. Aber die Mühen wurden bislang nicht belohnt. "Bislang gab es keine Reaktion von Tesla auf diese Schreiben", räumt Stührenberg ein.

Deshalb geht das Ressort davon aus, dass Tesla wohl einen anderen Standort favorisiert. Deshalb seien keine weiteren Aktivitäten von der WFB oder dem Ressort geplant. Allerdings ist auch unklar, wie es mit Tesla weitergeht. Die Produktion des Models 3, mit dem Tesla den Massenmarkt erobern will, läuft alles andere als rund. Die Fertigungszahlen sollen hinter den Erwartungen zurückliegen. (mue)

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