Die europäischen Fischereiminister haben die Fischfangquoten 2019 für die Nordsee bekanntgegeben. Foto: Cahrisius 
Fischwirtschaft

Bremerhavener Thünen-Institut liefert Daten zu Fangquote

26.12.2018

BREMERHAVEN. Die europäischen Fischereiminister haben die Fischfangquoten 2019 für die Nordsee bekanntgegeben (wir berichteten). Darin ist festgelegt, dass zum Beispiel weniger Hering, aber mehr Seelachs in die Netze der Fischer wandern darf.

Die Minister beschließen die Quoten auf Basis von Daten aus der Wissenschaft, vom Internationalen Rat für Meeresforschung. Das Netzwerk verbindet etwa 3000 Wissenschaftler aus 200 Instituten. In Deutschland werden Daten beim Thünen-Institut für Seefischerei in Bremerhaven erhoben. Die Wissenschaftler sammeln und bewerten Proben, die von kommerziellen Fischerbooten oder eigenen Forschungsschiffen dem Meer entnommen werden. Dann wird hochgerechnet. Jährlich werden Bestände von Hering, Kabeljau und Plattfischen überprüft.

Während in Deutschland Aquakultur kaum eine Rolle spielt, werden weltweit 50 Prozent der Speisefische gezüchtet. "Unsere liebsten Speisefische sind Raubfische. Sie müssen mit Fisch ernährt werden", erklärt Thünen-Sprecher Michael Welling.

Das auch in Bremerhaven ansässige Institut für Fischereiökologie erforscht auch Fischzucht. Zum Beispiel, wie der Fischanteil im Futter herabgesetzt werden kann. Fangquoten, erklärt Matthias Keller vom Fischinformationszentrum, ergeben nicht 1:1 höhere oder niedrige Endverbraucherpreise. 2019 darf zwölf Prozent weniger Scholle gefischt werden.

"Schon im Vorjahr wurde nur 70 Prozent des Erlaubten gefangen", so Keller. "Beim Preis spielen Transportkosten, Service oder Preisdruck durch Discounter eine große Rolle", so Keller. (wes)

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