Elastocoast: Der umstrittene Kleber war zur Sicherung der maroden Kronensteine im Deckwerk der Grimmershörnbucht zum Einsatz gekommen. Jetzt wurden die verbliebenen Placken wieder entfernt und entsorgt. Foto: red
Elastocoast auf Deponie

Bucht in Cuxhaven: Kleber landet im Meer - neuer Uferschutz kommt

von Thomas Sassen | 21.01.2020

CUXHAVEN. Der NLWKN plant nun eine größere Baumaßnahme zur Sanierung des Ufers in der Cuxhavener Grimmershörnbucht.

Schutz in traditioneller Bauweise

Mit der jüngsten Aktion des NLWKN ist das Thema Elastocoast in der Grimmershörnbucht ein für alle Mal durch. Favorisiert wird jetzt Uferschutz in traditioneller Bauweise, der aber sehr viel umfangreicher und teurer ist und wegen eines notwendigen Planfeststellungsverfahrens wohl noch ein paar Jahre auf sich warten lassen wird.

Verarbeitungsfehler in der Bucht?

Vor ein paar Jahren hatte der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft Küsten- und Naturschutz) auf Empfehlung des Herstellers BASF vom Fährhafen aus begonnen, die Kronensteine in der Bucht mit einem Gemisch aus feinen Steinen und dem Bindemittel Elastocoast abzudecken, um sie vor Wellenschlag zu schützen. Doch das Verfahren bewährte sich nicht. Vermutlich aufgrund eines Verarbeitungsfehlers brachen die Wellen im Laufe der Zeit immer wieder Stücke aus der Fläche heraus und spülten sie ins Watt.

Anlieger wehren sich

Anlieger der Grimmershörnbucht wehrten sich damals gegen die Weiterverarbeitung des Materials zur Ufersicherung in Cuxhaven. Mit Erfolg: Nach einem Erlass des Umweltministeriums darf Elastocoast in Niedersachsen vorerst nicht mehr im Küstenschutz verwendet werden, erklärte auf Nachfrage der zuständige Mitarbeiter beim NLWKN, Martin Kogge.

Reste abgetragen

Die Reste am Eingang zur Grimmershörnbucht wurden Ende vergangener Woche mit einem Kleinbagger abgetragen und zur Entsorgung auf eine Bauschuttdeponie gefahren. Der NLWKN plant nun eine größere Baumaßnahme, die auch die Promenade einschließen könnte. Wie das aussehen könnte, soll mit dem Deichverband und den Touristikern erörtert werden. Ein Bauentwurf wird 2021 erstellt, so Kogge.

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Thomas Sassen

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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