Andreas Klimek (2.v.h.l.) stellte das Hagener Leuchtturmprojekt Bürgermarkt in Hechthausen vor. Jetzt soll die Idee reifen. Die Gruppe "Nachbarschaftsengel"kann sich eine Vereinsgründung vorstellen. Ob sie auch den Bürgermarkt wuppen will, wird sich zeigen. Foto: Monsees
Gesellschaft

Bürgermarkt fördert nachhaltigen Konsum in Hechthausen

20.02.2019

HECHTHAUSEN. Mit wenigen Mitteln, viel erreichen - hinter dem Modell des Bürgermarktes steckt ein Konzept, das für eine ländliche Kommune wie Hechthausen zukunftsweisend sein kann.

Der Bürgermarkt ist eingerichtet wie ein Laden, die Regale werden vermietet. Die Mieter bestücken ihr Regal mit dem, was im eigenen Haus nicht mehr gebraucht wird, den Nächsten aber vielleicht glücklich macht - der nachhaltige Nachbarschaftsladen eben.

"Es ist ein Markt der Möglichkeiten in ihrer Gemeinde", verdeutlichte Andreas Klimek. Seit 2009 betreibt Klimek den Hagener Bürgermarkt. Mittlerweile eine Erfolgsgeschichte, wie er sagte. Auf Einladung der ehrenamtlichen Gruppe der "Nachbarschaftsengel" kam er in die Gemeinde am Tor zum Cuxland, um mit rund 30 interessierten Bürgern zu erörtern, ob so ein Bürgermarkt in Hechthausen überhaupt existieren könnte. Die "Nachbarschaftsengel" waren es, die den Stein ins Rollen gebracht haben.

Seit vier Jahren springen die etwa 20 Ehrenamtlichen ein, wenn in der Gemeinde Not am Mann ist und mal eine helfende Hand gebraucht wird. "Unser Ziel ist es, das soziale Miteinander in Hechthausen weiter voranzubringen. So ein Bürgermarkt wäre genau das Richtige", warf Uwe Dubbert, Initiator der Nachbarschaftsengel, ein. "Das Angebot eines Bürgermarktes geht weit über die normale Verkaufssituation hinaus", fügte er an. "Insofern, dass in den Nebenräumen des Bürgermarktes weiterer sozialer Bedarf durch kompetente Ehrenamtliche oder Profis abgedeckt werden kann." Andreas Klimek zählte auf, wie es im Hagener Bürgermarkt läuft: "Bei uns haben sich Schuldnerberatung, Senioren- und Pflegestützpunkt, Beratung zur Grundsicherung, Stromsparcheck, Suchtberatung und weitere Institutionen stundenweise angesiedelt, die Bürger beraten."

Für die Menschen am Ort sei das eine sehr große Hilfe, die dankbar angenommen werde. Das überzeugte den einen oder anderen Zuhörer doch sehr. "Es ist insbesondere für Menschen, die nicht mobil sind von Vorteil, wenn die Behörden stundenweise in den Bürgermarkt kommen, die dezentral nicht vor Ort sind", so eine Stimme aus der Runde.

"Der Bürgermarkt sollte von einem Verein betrieben werden. Dafür braucht es mindestens zehn Ehrenamtliche, die bereit sind drei Sunden ihrer Zeit pro Woche zur Verfügung zu stellen", erläuterte Klimek. Geeignete Räume stünden mit dem ehemaligen Möbelgeschäft Schröder bereit, fügte Hechthausens Bürgermeister Jan Tiedemann an. Dr. Thies Boysen aus Hamburg gehört das Objekt. Er war ebenfalls anwesend und interessiert. Er bot als potenzieller Verpächter dem künftigen Bürgermarkt-Verein Unterstützung in der Startphase an. Somit könnte der Bürgermarkt neuer sozialer Kristallisationspunkt in Hechthausen werden. Die Diskussion ist für die nächsten Wochen eröffnet. Ein erstes Fazit pro Bürgermarkt wurde am Ende der Info-Veranstaltung bereits gezogen: Eine funktionierende Ortsgemeinschaft sei vorhanden, es komme Leben in Leerstand. Jetzt brauche es nur einen Verein, der sich traut, neue Wege für seine Gemeinde zu gehen.

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