Die Capio-Klinik Otterndorf. Foto: CN/NEZ-Archiv
Abschied weiterer Ärzte

Capio-Klinik Otterndorf: Viele stellen jetzt die Vertrauensfrage

09.09.2019

Drei leitende Ärzte haben die Capio-Klinik Otterndorf verlassen. Damit setzt sich eine Serie fort. Dazu ein Kommentar von Felix Weiper.

Ist das Capio-Krankenhaus in Otterndorf zum Notfall geworden? Schon wieder hat mit Markus Bauer ein renommierter Mediziner die Klinik verlassen. Zwei Oberärzte und mehrere Assistenzärzte sind mit ihm gegangen. Das ist ein Schlag ins Kontor. Die Klinik musste bereits den von der Geschäftsleitung erzwungenen Weggang von Dr. Bernward Steinhorst verkraften.

Es war der berufliche Enthusiasmus solcher Ärzte wie Bauer und Steinhorst, die den Ruf des Hauses maßgeblich prägten. Inzwischen befindet sich das Otterndorfer Capio-Haus in einer prekären Lage - die hausgemachten Probleme, die mit dem Abschied führender Mediziner offenkundig werden, fallen zusammen mit den immer schwieriger werdenden wirtschaftlichen Bedingungen. Kliniken stehen heute unter immensem Kostendruck, auch fehlt ihnen Personal. Hinzu kommt, dass Landes- und Bundespolitik sowie die Krankenkassen längst die Debatte über die mögliche Schließung von kleineren Krankenhaus-Standorten eröffnet haben.

Vor diesem Hintergrund braucht das Capio-Haus in Otterndorf ein funktionierendes Konzept - mit klarem Profil und abgestimmt auf die Angebote der benachbarten Kliniken. Vor allem aber benötigt das Krankenhaus kompetente Mediziner, von denen die Menschen wissen, dass sie sich ihnen anvertrauen können.

Die hiesigen Kommunen und die Lokalpolitik äußern sich zurückhaltend zur Lage der Capio-Klinik. Zweifelsohne machen sie sich aber Sorgen. Sie wissen: Das Capio-Haus könnte irgendwann auf der Kippe stehen, wenn die Entwicklung der vergangenen Monate so weitergeht.

Die Bevölkerung wünscht sich eine gut funktionierende Klinik für die medizinische Nahversorgung im Hadler Raum. Auch Cuxhavener schätzen das Haus. Allerdings haben viele Menschen längst die Vertrauensfrage gestellt.

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