Dem Eigentümerwechsel im "Capio Krankenhaus Land Hadeln" sieht die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen besorgt entgegen. Foto: Kramp
Gesundheit

Capio Krankenhaus Otterndorf: Politik kritisiert Eigentümerwechsel

28.07.2020

OTTERNDORF. Den sich bereits ab 1. Oktober vollziehenden Eigentümerwechsel beim ehemaligen Capio-Krankenhaus in Otterndorf sieht die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit Sorge.

Erneut würden die Beschäftigten und die Region vor vollendete Tatsachen gestellt - ein Krankenhaus werde aus Profitinteresse veräußert. Die unklare zukünftige Gesellschaftsstruktur des neuen Krankenhausträgers trage nicht zur Beruhigung bei. Ob der Wechsel der Trägerschaft dem "Ziel einer langfristigen Sicherung" der medizinischen Versorgung diene, bleibe zu hoffen. "Gerade die Corona-Krise hat uns ja gezeigt, dass das Gesundheitswesen zur sensiblen Infrastruktur gehört und bei reiner betriebswirtschaftlicher Betrachtung scheitert. Das Beste, auch für die Klinik in Otterndorf, wäre eine Rekommunalisierung des Krankenhauses, wie es schon in anderen Kommunen gelungen ist," meint Eva Viehoff, grüne Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende im Kreis.

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Bestmögliche Gesundheitsversorgung

Wenn die Verantwortlichen vor Ort lebten und wüssten, dass auch ihre Familien und Freunde in diesem Krankenhaus behandelt werden, sei das oberste Ziel der bestmöglichen Gesundheitsversorgung und nicht Profitmaximierung gewährleistet. Die Klinikmitarbeiter bräuchten Arbeitsplatzsicherheit und nicht die interpretationsfähige Aussage: "Nicht auszulastende Versorgungsangebote (werden) eingestellt".

Finanzierungssituation

Es herrsche allein das Prinzip Hoffnung, wenn die neuen Betreiber "davon ausgehen, dass sich die Finanzierungssituation für Krankenhäuser in der Grundversorgung in Flächenkreisen verbessern werde". Der Namenswechsel "Krankenhaus Land Hadeln - Unsere Stadtklinik" klinge nach Soap-Opera, sei bloße Etikettierung und täusche regionales Interesse vor. "Wir fordern vom neuen Betreiber ein klares Bekenntnis zur Versorgungssicherheit auf dem jetzigen hohen medizinischem und pflegerischem Niveau im Sinne der Region und keine vagen Absichtserklärungen", so Viehoff.

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