Wir appellieren daher an die Politik, ein mehrstufiges Phasenkonzept zu entwickeln, das klar kommuniziert, unter welchen Bedingungen und in Abhängigkeit welcher Faktoren welche Schritte erfolgen können.", sagt Maike Bielfeldt. Foto: IHK
Wirtschaft in Gefahr

Corona-Krise: IHK Stade fordert ein Konzept für Lockerungen

30.04.2020

KREIS CUXHAVEN. "Die norddeutsche Wirtschaft braucht eine belastbare Planungsperspektive für Wege aus dem Corona-Shutdown.

Wir appellieren daher an die Politik, ein mehrstufiges Phasenkonzept zu entwickeln, das klar kommuniziert, unter welchen Bedingungen und in Abhängigkeit welcher Faktoren welche Schritte erfolgen können.", sagt Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum.

Denkbar sei eine erste Phase weiterer Lockerungen, an die sich bei einer weiteren Verbesserung der medizinischen Situation eine Phase der zunehmenden Normalisierung anschließe. "Und dann ist eine dritte Phase der konjunkturellen Belebung notwendig, damit aus der schweren Wirtschaftskrise keine soziale Krise wird. Hierfür ist unbedingt eine gesamtnorddeutsche Perspektive notwendig", so Bielfeldt.

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Es sei wichtig, im nächsten Schritt weg von pauschalen Branchenbeschränkungen zu kommen. Vielmehr sei die Politik gefordert, klare medizinische Vorgaben und Hygieneregeln zu formulieren. Bielfeldt: "Grundsätzlich sollte jedes Unternehmen, das diese Regeln erfüllen kann, ein Recht auf Öffnung haben." Klar sei aber auch, dass viele Unternehmen zu Beginn nur mit sehr eingeschränkten, häufig nicht kostendeckenden Notbetrieben starten könnten und auf weitere Unterstützung und Solidarität angewiesen seien.

Mit diesen Positionen haben sich die norddeutschen IHKs im Vorfeld des Treffens der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin am 30. April an ihre jeweiligen Landesregierungen gewandt.

Innovationen anstoßen

Gerade wegen ihrer starken Einbindung in die internationale Arbeitsteilung und der hohen Bedeutung des Tourismus ist die norddeutsche Wirtschaft besonders heftig von der Corona-Krise betroffen. Zur konjunkturellen Belebung ist daher ein konzertiertes wirtschaftspolitisches Programm auf EU-, Bundes-, und Länderebene notwendig, das unter anderem weitreichende Investitionsprogramme, Deregulierungsmaßnahmen und Anreize/Maßnahmen zur Stimulierung des Konsums enthalten solle, damit Unternehmen ihre krisenbedingten Verbindlichkeiten überwinden können. Gleichzeitig sollten gezielt Innovationsprozesse angestoßen und der im Zuge der Digitalisierung nötige strukturelle Umbau in Wirtschaft und Verwaltung beschleunigt werden. "Es ist von übergeordneter Bedeutung, dass die norddeutschen Länder sich hierfür konsequent als einheitlichen Wirtschaftsraum begreifen und die EU- und Bundesprogramme gemeinsam mit einem norddeutschen Maßnahmenplan ergänzen und umsetzen.", so Bielfeldt. "Im Kreis unserer norddeutschen Partnerkammern arbeiten wir gerade an konkreten Vorschlägen für solch eine wirtschaftspolitische Strategie zur Eindämmung und Überwindung der Corona-Krise und werden diese im Mai vorstellen."

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