Die Krabbenfischer befinden sich in schwierigen Zeiten. Symbolfoto: Ingo Wagner/dpa
Krabbenfischerei

Corona-Krise im Kreis Cuxhaven: Für die Krabbenfischer wird es eng

05.08.2020

KREIS CUXHAVEN. Die Corona-Krise und ihre Folgen: Es steht äußerst schlecht um die Krabbenfischer im Kreis Cuxhaven. 

"Im Vergleich zum vergangenen Jahr, was ja auch schon ein Ausnahmejahr war, haben wir bis Ende Juni im ersten Halbjahr 30 Prozent weniger Anlandungen in Niedersachsen gehabt." Die Fischereiberaterin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Hilke Looden, ist wenig optimistisch, was die aktuelle Situation der Krabbenfischer an der deutschen Nordsee in Zeiten von Corona anbelangt. 2019 sei der Handel fast das ganze Jahr beschränkt gewesen, weil die Lager von 2018 noch voll waren. Gleichzeitig seien dadurch auch die Preise gedrückt worden, weiß Looden.

Betriebe in Insolvenz

"Vereinzelt sind Betriebe schon in Insolvenz gegangen, andere hangeln sich noch durch", sagte der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer, Kai-Arne Schmidt. Grund sei die zurückgefahrene Produktion in den marokkanischen Schälzentren auf knapp 30 Prozent.

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Dort wird ein Großteil der Nordseekrabben gepult. "Marokko ist der Flaschenhals. Das Fatale ist, dass ein großer Bedarf da ist: Der Verbraucher fragt das Produkt nach, das es in den Läden nicht mehr ausreichend gibt", sagte Schmidt.

Keine Weiterverarbeitung

Die Händler nehmen weniger Krabben ab, weil sie nicht weiterverarbeitet werden können. Daher fahren die knapp 100 Fischereifahrzeuge der Erzeugergemeinschaft von Sylt (Schleswig-Holstein) bis Ditzum in Ostfriesland laut Schmidt derzeit nur an drei Tagen die Woche raus. "Die Krabbenfischer fangen jetzt eigentlich ihr Geld - im August, September, Oktober, November. Wenn du in den Zeiten nicht richtig fischen kannst, wirst du den Winter nicht überleben."

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