Wird frisches Obst und Gemüse schon bald auf einem Wochenmarkt in der Cuxhavener Innenstadt angeboten? Symbolfoto: Archiv
Kommentar zu Wochenmarkt-Plan

Cuxhaven: Belebung der Stadt nur als Gesamtpaket

von Maren Reese-Winne | 11.03.2019

Ein Wochenmarkt in der Innenstadt, das wird viele jubeln lassen, die in der Stadt arbeiten oder nach dem Einkaufsbummel noch mal schnell den Blumenkohl fürs Mittagessen mitnehmen wollen.

Gut auch, weil dem etablierten Cuxhavener Wochenmarkt keine Konkurrenz gemacht wird. Und so eine Art "Unverpackt-Laden" ist ein Markt ja auch. Das passt in die Zeit und in die Aufbruchstimmung in Cuxhaven, das ein wenig Stolz auf das, was man hier vorfindet und was noch kommen soll, durchaus verdient hat.

Allerdings kommen damit der Einzelhandel und die Innenstadt noch nicht so ganz mit. Die Nordersteinstraße ist durch den Woolworth-Klotz und einige schäbige Schaufensterfronten gezeichnet. Und da, wo einmal Tchibo war, steht nicht mal mehr ein Haus, sondern ein Bauzaun vor einer Brache. Das macht nicht so richtig Lust, sich hier länger aufzuhalten.

Umso beachtenswerter, wenn sich Geschäftsleute und Gastronomen entgegenstemmen und kleine Highlights schaffen. Aber für eine dauerhaft lebendige Innenstadt braucht es ein Gesamtpaket, an dem die Wirtschaftsförderung ja gerade arbeitet.

Darüber liegt zwar noch der Schatten der allgegenwärtigen Finanznot der Stadt, wenn zum Beispiel auf schicke Schautafeln mit Stadtplänen und Wegweisern lieber verzichtet wird und es stattdessen wohl kleine Schrifttafeln tun müssen, aber immerhin.

Ich wünschte mir noch einiges weitere: Klar, wir alle müssen zusehen, dass wir vor Ort einkaufen, sonst funktioniert es ja gar nicht. Aber dann bietet uns auch was an. Zum Beispiel besser koordinierte (oftmals auch längere) Öffnungszeiten. Auch die Parkgebühren haben meines Erachtens Einfluss auf den Ansturm auf die City. Von kostenfreiem Parken mit Gästekarte darf ich wohl nur träumen. Oder könnten Touristen im Sommer alternativ zum oft überlasteten Busverkehr mit einer Bimmelbahn ins Zentrum befördert werden?

Dort sind derweil noch einige Geschäfte neu zu belegen: Das frühere "New-Yorker"-Geschäft, das Eckgebäude Deichstraße/Alter Deichweg, das noch nie belegte Ladengeschäft in der Nordsee-Galerie am Kaemmererplatz und andere mehr ... Daneben gehört der Blick aber auch auf andere Einkaufs- und Wohnquartiere gelenkt, denn das sind ja die Straßen, in denen wir wohnen oder durch die wir unsere Gäste lotsen.

Die Poststraße etwa gibt schon lange ein trauriges Bild ab und auch in Altenwalde ist eine Zukunft für den ehemaligen Aldi-Markt, den früheren Tengelmann-Markt oder die Räume des früheren Restaurants "Wattenlöper" längst überfällig, wobei, zugegeben, die Stadt auch nicht alles richten kann. Doch wenn alle aufgefordert sind, Fahr- und Konsumverhalten zu überdenken, gehört eben auch die lokale Versorgung dazu.

Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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