Orkantief Zeynep

Zahlreiche Sturm-Einsätze: Cuxhavens Rettungskräfte ziehen erstes "Zeynep"-Fazit

von Kai Koppe | 19.02.2022

CUXHAVEN. In der Nacht fegten heftige Böen über die Elbmündung hinweg, am Sonnabend gegen 3 Uhr war in Cuxhaven das Schlimmste jedoch überstanden.

In der Nacht von Freitag auf Sonnabend hat das Orkantief "Zeynep" die Stadt Cuxhaven weniger hart getroffen, als noch am Vorabend erwartet worden war. In der Gemeinde Wurster Nordseeküste kam ein 68-jähriger Mann in der Sturmnacht ums Leben, im Stadtgebiet blieb es nach derzeitigem Kenntnisstand bei Sachschäden. Die örtlichen Feuerwehren wurden vor allem durch entwurzelte Bäume in Atem gehalten; allein am früheren Freitagabend zählte ein in der Grandauerstraße zusammengetretener Einsatzstab binnen zwei Stunden 22 Einsätze. Bis in die frühen Morgenstunden hinein sollte sich diese Ziffer auf circa 70 erhöhen.

Leute blieben zuhause

Appelle, zu Hause zu bleiben beziehungsweise die Wohnung nach Möglichkeit nicht zu verlassen fruchteten offenbar: Gegen 22.30 Uhr rollte eine Patrouille der Facheinheit Information und Kommunikation (Katastrophenschutz) durch menschenleere Straßen. Auch eine Reihe von Fahrzeugen, die am selben Abend noch auf den nicht sturmflutsicheren Parkplätzen am Fährhafen gesichtet wurden, waren zu diesem Zeitpunkt schon entfernt worden. Im Hafengebiet und in der Grimmershörnbucht trat die Flut, die ihren Scheitelpunkt am frühen Sonnabendmorgen (kurz nach 2.30 Uhr) erreichte, später über die Ufer. Hafenbetreiber NPorts hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Flutschutztore schließen lassen. Ein aus Bohlen und Sandsäcken bestehendes Bollwerk, das zuvor an der Cuxhavener "Achillesferse", dem Sahlenburger Deichschart errichtet worden war, hielt dem Wasser ebenfalls stand.

Gegen 3 Uhr morgens Entwarnung

Kurz nach 3 Uhr gab Oberbürgermeister Uwe Santjer Entwarnung und wandte sich mit einer Videobotschaft an die Bevölkerung. "Sie haben sich daran gehalten", sagte Santjer auf die seitens der Verwaltung propagierten Vorsichtsmaßnahmen gemünzt. Dass vor Ort keine Personen zu Schaden gekommen sind, während "Zeynep" über die Stadt hinwegfegte, sei die wichtigste Nachricht. Zwar waren Ziegel von den Dächern und Äste von den Bäumen gerissen worden - Santjer gab sich aber dennoch erleichtert: "Dieser Orkan hat in Cuxhaven keine großen Schäden hervorgebracht, und das ist gut so." Viel zu tun gab es auch für die Einsätzkräfte in Hadeln, Hemmoor und Lamstedt, die eine dreistellige Zahl an Einsätzen zählten.

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Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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