Stadtratswahl

Cuxhaven: CDU blickt schon in Richtung SPD

13.09.2016

CUXHAVEN. Klare Aussage schon am Tag eins nach der Wahl: Enak Ferlemann und Thiemo Röhler möchten ihre politischen Ziele nun am liebsten in Kooperation mit der SPD umsetzen. Gespräche wird es mit allen Fraktionen, außer mit der AfD und den Linken, geben. Von Maren Reese-Winne

Bereits heute will die neu gewählte Fraktion ihren Vorsitzenden und Geschäftsführer wählen. „Wir wollen handlungsfähig sein, damit wir am 1. November auch offiziell mit der Arbeit beginnen können“, drückt Fraktionsvorsitzender Thiemo Röhler aufs Tempo. Zur konstituierenden Sitzung tritt der Rat am Donnerstag, 3. November, zusammen.

Der SPD-Ortsvereinsvorstand legt heute die ersten Strategien nach der Wahl fest; die Fraktion konstituiert sich am kommenden Dienstag. Dort wird es dann um die Zuständigkeiten in Fachbereichen und Ausschüssen gehen.

Über Personalien wie Ratsvorsitz oder Bürgermeistervorschläge mochte Uwe Santjer, der bei den persönlichen Stimmen sämtliche Angetretenen weit hinter sich ließ, gestern noch nicht sprechen.

„Keine Quittung“

Den Stimmenverlust für die SPD sah er nicht als Quittung für die personellen Querelen in der vergangenen Wahlperiode, als zuerst Sven Behncke und dann Elke Just und Edebohl Tietje die Fraktion verließen. „Wir haben einen Umbruch vorgenommen, viele neue Kandidatinnen und Kandidaten gewonnen und sind für eine Umbruchphase richtig gut weggekommen.“ Schließlich seien auch etablierte Lokalpolitikerinnen wie Erika Fischer und Thurid Beran nicht mehr angetreten.

Als sehr positiv erwähnt Uwe Santjer die Zusammensetzung der neuen SPD-Fraktion: „Sechs der 13 Sitze sind von Frauen besetzt, das wird Auswirkungen auf die Art und Weise haben, wie wir Politik machen.“

Ob es bei der jetzigen Besetzung des Rats bleibt, wird sich erst bei der öffentlichen Sitzung des Gemeindewahlausschusses am kommenden Montag (9 Uhr) im Rathaus zeigen.

Kommen Stimmen hinzu?

Bis Mittwochmittag werden im Rathaus die Wahlniederschriften für die Kreiswahl überprüft, danach die für die Rats- und Ortsratswahlen. Dabei gehe es insbesondere um die als ungültig erklärten Stimmzettel, erklärt Hendrik Nintzel, Leiter der Abteilung Allgemeine Verwaltung und Organisation.

Erfahrungsgemäß bestehe dabei eine gute Chance, dass diverse Stimmen doch noch gezählt werden. Die Ergebnisse sind daher noch vorläufig. Klar ist hingegen die Wahlbeteiligung mit 50, 8 Prozent, etwas mehr als 2011 (48,3 Prozent).

So sieht der Rat aus

Nach bisherigem Stand sind diese Politiker im Rat:

CDU: Thiemo Röhler, Albrecht Harten, Horst Huthsfeldt, Jörg-Heinrich Ahlemeyer, Thomas Brunken, Herbert Kihm, Peter Itjen, Ernst-Wilhelm Hoffmann, Christiane Buck, Enak Ferlemann, Beatrice Lohmann, Rüdiger Mrasek, Oliver Oswald, Sven Behncke.

SPD: Gunnar Wegener, Oliver Ebken, Claudia Schuhmacher, Irmtraud Ucken, Uwe Santjer, Ingo Grahmann, Andreas Wichmann, Silke Karallus, Nehle Beutler, Michael Stobbe, Ulla Bergen, Volker Kosch, Ulrike Hogrefe.

Bündnis 90/Die Grünen: Elke Schröder-Roßbach, Robert Babacé, Bernd Jothe, Elke Just.

FDP: Manfred Hark.

Die Linke: Dieter Lange.

AfD: Anton Werner Grunert, Walter Kopp, Rosemarie Kopp.

„Die Cuxhavener“: Jürgen Kucklick, Peter Altenburg, Rüdiger Kurmann, Britta Hinrichs.

Persönliche Erfolge erzielt

Das herausragende persönliche Ergebnis erzielte Uwe Santjer mit 3201 Stimmen. Enak Ferlemann kam auf 1985 Stimmen und Fraktionskollege Jörg-Heinrich Ahlemeyer auf 1542. Auch Rüdiger Kurmann erreichte mit 1035 Stimmen ein respektables persönliches Ergebnis.

Über 900 Stimmen kam Michael Stobbe (SPD) mit 909, die 800er-Marke knackten Thomas Brunken (817) und Herbert Kihm (805 Stimmen) von der CDU.

Aus dem Rat ausgeschieden

Einige neue Gesichter wird es geben, dafür sind alte Hasen zum Teil überraschend ausgeschieden – von der CDU Volker Kamps, Stephanie Braack-Heinig und Hanjörg Buchheim. Timo-Alexander Böhme hatte nicht mehr kandidiert. Bei der SPD waren Erika Fischer, Thurid Beran und Dr. Jürgen Haselberger nicht mehr angetreten, auch Petra Heiden gehört dem Rat nicht mehr an. Bei den „Cuxhavenern“, wo sich die Zahl der Sitze auf vier reduziert hat, fehlen Detlef Baack, Reiner Domaradzka und Ilona König, bei den Grünen scheidet Hans-Jürgen Umland aus.

Helmut Wagner, alter Kämpe der FDP, trat nicht mehr an, ebenso wenig Edebohl Tietje, der nach seinem Ausscheiden aus der SPD-Fraktion zusammen mit Elke Just (jetzt als Parteilose in der Grünen-Fraktion) die Fraktion „Die Unabhängigen“ gebildet hatte.

Aus den Wahllokalen

Ausgewählte Ergebnisse:

Feuerwehrhaus Duhnen: 18,63 Prozent, schwächstes Ergebnis für die SPD (außer im Briefwahlbezirk VII). Die CDU holt 37,65 Prozent; die Grünen 16,76 Prozent (zweitbestes Teilergebnis). Höchstwert für die SPD: In Franzenburg mit über 59 %.

In der Geschwister-Scholl-Schule Altenwalde kommt die CDU auf 15,59 Prozent (schwächstes Teilergebnis). In der Hochburg Lüdingworth erreicht sie 60,51 Prozent.

Hermann-Allmers-Halle II: Fast gleich hohe Werte für CDU (26,13 %), SPD (23,32 %) und Grüne (20,78 %; bestes Teilergebnis), die „Cuxhavener“ sind mit 13,25 Prozent dabei. Deren bestes Ergebnis gibt es mit 16,69 % in der Döser Schule.

Die AfD erreicht die höchsten Werte (um 14 Prozent) in der Bleicken- und der Süderwischschule, im Lehfeld und im Feuerwehrhaus Berensch.

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