Architekten-Wettbewerb

Cuxhaven: Charakter des Alten Hafens erhalten

30.01.2018

CUXHAVEN. Die Jury hat entschieden. Die Gewinner des städtebaulichen Wettbewerbs zum Alten Fischereihafen stehen fest. Von Thomas Sassen

Erste Gespräche mit potenziellen Investoren könne er jetzt bereits führen: Das erklärte Investor Norbert Plambeck am Montag, nachdem eine Jury die Gewinner des städtebaulichen Wettbewerbs zum Alten Fischereihafen gekürt hatte. Der Wettbewerb sollte Anregungen für einen Bebauungsplan liefern.

Plambeck ist froh, dass es im Wettbewerbsverfahren keine wesentlichen Bedenken gegen seine Marschrichtung gab, aus dem brachliegenden Hafenquartier ein touristisches Aushängeschild für die Stadt zu machen. Wie berichtet, will der Unternehmer dort einen Mix aus Gastronomie, Hotellerie, Handel, Gewerbe und Kultur etablieren. Den Charakter des Alten Hafens will er bewahren.

Dreieinhalb Stunden dauerte die Debatte der Jury, um die Gewinner des Architekturwettbewerbs zum Alten Fischereihafen zu ermitteln. Es gewannen das Büro Holzer Kobler aus Berlin wegen des „verantwortungsvollen Umgangs mit der vorhandenen Bausubstanz aus der Zeit der Fischerei“, wie es hieß. Ebenso hat das Büro Krause Bohne aus Aachen wegen der auf die touristische Nutzung zielenden Aspekte gesiegt.

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Getsch sagte, die Bauverwaltung habe jetzt einen Fahrplan für die weitere Planung. Ein Bebauungsplan könnte den politischen Gremien voraussichtlich gleich nach der Sommerpause zur Diskussion und Abstimmung vorgelegt werden, so Getsch. Ein großes Lob ging an Simone Neddermann vom Büro Plankom, für die gute Vorbereitung, Begleitung und Moderation des Wettbewerbs. Die Jury akzeptierte im Wesentlichen die angedachten Festlegungen bezüglich Höhe und Umfang der Gebäude. Eine Einschränkung machte das aus Vertretern der Politik, Verwaltung und Bürgerschaft bestehende Gremium allerdings: Die Bebauung am seeseitigen Hafeneingang mit einem Büro- und einem Hotelturm soll Gegenstand eines weiteren Wettbewerbs werden.

Akzeptiert wurde für diesen Bereich jedoch die von zwei Büros vorgeschlagene Bauwerkshöhe von bis zu 60 Metern.

Die 17-köpfige Jury hatte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Vor dem endgültigen Votum setzte sich der Kreis mit den drei vorliegenden Entwürfen noch einmal detailliert auseinander. Im Hinblick auf die einzelnen Bauabschnitte Dugekai, Meinkenkai und Nordseekai wurden die Konzepte Punkt für Punkt miteinander verglichen und bewertet.

Eingangs appellierte Getsch an die Verantwortung von Planern und Politik. Sie würden jetzt die Weichen stellen für eine Bebauung, mit der spätere Generationen werden leben müssten. Mode-Erscheinungen sollten deshalb nicht den Ausschlag geben. Er meinte damit den Vorschlag des Aachener Architektenduos Krause Bohne. Dieses hatte sich bei seiner Planung an der Towerbridge in London und den Arkaden aus Venedig orientiert. Touristisch sei das vermutlich von hoher Anziehungskraft, mit Cuxhaven und seinen Traditionen habe das jedoch nichts zu tun und sei deshalb austauschbar, erklärte Lothar Tabéry, Vizepräsident der Niedersächsischen Architektenkammer, den die Jury als unabhängigen Fachmann hinzugezogen hatte. Viel Lob erhielt Gewinner Phil Peterson von Holzer Kobler, der in sein Konzept große Teile der vorhandenen Bebauung mit einfließen ließ, statt die alten Gebäude abzureißen. Für den Nordseekai plädiert er für eine offene Bauweise, die ebenso Platz lässt für die alte Schmiede der Nordsee, als auch für Durchfahrten zur Kapitän-Alexander-Straße. Das vorhandene Havenhostel gibt dabei die maximale Bauhöhe von rund 26 Meter für die Westseite des Hafens vor.

Gegenüber, am Meinkenkai, schlagen Holzer Kobler vor, die alte Auktionshalle in Form einer möglichst transparenten Konstruktion aus Stahl und Glas nachzuempfinden, und zwar im Wesentlichen in den Abmessungen des historischen Vorlage.

Mit dem Wettbewerb haben sich Investor, Bauverwaltung und Politik auf den Rahmen für eine spätere Bebauung festgelegt. Es folgt ein Masterplan, den der Rat der Stadt am Ende als Bebauungsplan beschließen muss. Unterstützung kommt dabei von Werner Steimer vom Planungsbüro NWP aus Oldenburg, der im Auftrag von Investor Plambeck mit der Verwaltung zusammenarbeitet.

Zwei Gewinner:

Die Jury entschied sich für die Konzepte von zwei Büros: Holzer Kobler aus Berlin und Krause Bohne aus Aachen.

Einigkeit gibt es im Hinblick auf die Gestaltung von Dugekai, Meinkenkai und Nordseekai.

Für den Hafeneingang (Türme) gab es noch kein einstimmiges Votum. Ein weiterer Architektenwettbewerb soll in diesem Punkt hier Klarheit bringen.

Als zwingend wird hier eine Brücke über das Hafenbecken gesehen.

Im Internet präsentieren CN und NEZ die Entwürfe. Hier hat die Redaktion auch ein Diskussionsforum eröffnet. www.cn-online de und www.nez.de

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