Auswirkungen von Covid-19

Cuxhaven in der Corona-Krise: Freiwillige fahren für Bürger einkaufen

26.03.2020

CUXHAVEN. Viele engagierte Menschen und Gruppen im Landkreis Cuxhaven bereiten sich vor, alte und gefährdete Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen. 

Die Gruppen organisieren sich über Facebook, haben private oder städtische Telefonzentralen und Bürgertelefone eingerichtet und vermitteln Hilfebedürftige mit Helfenden. Einige Gruppen bekommen viele Hilfe-Anfragen, einige bis jetzt weniger. Und das, obwohl die älteren Menschen und andere Risikogruppen keinen Schritt vor die Tür setzen sollten - insbesondere nicht in Supermärkte. Der Grund dafür? Die Leiter der Helfer-Gruppen vermuten, dass die Menschen skeptisch sind, sie Angst vor Betrügern haben oder zu stolz sind, die Hilfen in Anspruch zu nehmen. Die Cuxhavener Helfer-Gruppe "one4one" versucht dagegen Maßnahmen zu ergreifen.

Cuxhavener Helfergruppe one4one engagiert sich

Bei einem Treffen mit 30 Helfern am Sonntagnachmittag auf dem Parkplatz des Hauses der Jugend (HdJ) in Cuxhaven wurden die Abläufe besprochen. Schon vor dem Treffen hatten alle Helfer ihre Personalausweise und Führerscheine vorgelegt. Auf dem Treffen unterzeichneten die Helfer zwei Zettel: eine Datenschutzerklärung und ein Einverständnis, dass das Christliche Sozialwerk Cuxhaven (CSC) die Helfer als Ehrenamtliche führt und sie während der Arbeitszeit über das CSC versichert sind.

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Hilfegesuche per Mail und Telefon

Und so soll die Hilfe in den nächsten Wochen organisiert sein: Über eine E-Mail oder per Telefon können Hilfegesuche angegeben werden. Diese werden dann an "one4one" weitergegeben. Die Helfenden fahren mit vier bis sechs Kleinbussen, die die Stadt Cuxhaven zur Verfügung stellt, einkaufen und bringen diese Einkäufe zu den Betroffenen.

Fahrer achten auf Hygiene

Dabei achten sie und die zwei Fahrdienstleiter, die auf dem Parkplatz des HdJ in einem Bürocontainer stationiert sind, auf die Hygiene der Fahrer und der Autos. Und es gibt viele weitere Verhaltensregeln: Grundsätzlich fahren die Fahrer allein, verpflichten sich, vorsichtig zu fahren, meiden den Kontakt zu Kunden und tragen während der Arbeit Gummihandschuhe - um nur einige zu nennen.

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Schichten werden verteilt

"Es gibt keinen Grund zu Ungeduld. Wir wissen, das wird langsam anlaufen", ruft Sven Wersien, der Hauptorganisator, den in einem weiten Kreis - in gebotenem Anstand zueinander - stehenden Freiwilligen zu. Nach und nach werden alle ihre Schichten bekommen. Diese sollen nicht länger als vier bis fünf Stunden dauern.

Schwierige Bedürftigen-Hilfe

Und was passiert mit den Menschen in Cuxhaven, die nicht genug Geld für Einkäufe in Supermärkten haben, die normalerweise die Tafel in Anspruch nehmen? Ein Ersatz sei in Planung, meint Wersien, Spenden in Höhe von ungefähr 18 000 Euro sind bereits eingegangen. Jetzt müsse man mit den vielen anderen Initiativen gute Lösungen finden. Das größte Problem dabei ist, die 1500 bis 2000 Cuxhavener zu kontaktieren, die auf kostenlose Nahrungsmittel angewiesen sind.

Viel Arbeit für die Helfer

Sven Wersien weiß, dass er den Helfern viel abverlangt, dass sich alle an die Regeln gewöhnen müssen und ruft zum Schluss - wie zur Motivation - allen zu: "Wenn wir hier fertig sind, machen wir ‘ne große Party!" Doch zuerst wartet eine Menge Arbeit.

Kontaktdaten

Erreichbar ist die "one4one"-Einkaufs-Hilfe per E-Mail an mehrgenerationenhaus@cuxhaven.de oder unter der Telefonnummer (0 47 21) 70 07 09 00.

Von Philipp Wohltmann

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