Cuxhaven kauft Bahnhofsareal

15.07.2016

CUXHAVEN. Die Unterschriften sind trocken und notariell beurkundet: Die Stadt Cuxhaven hat das Bahnhofsareal gekauft. Von Jens Potschka

Am Freitag, 15 Juli,  erlangen die am Donnerstag zwischen der Deutschen Bahn AG und der Stadt Cuxhaven ausgehandelten Verträge über den Verkauf des Bahnhofsareals ihre Gültigkeit. Zeitgleich erwarb die Bürgerbahnhof Cuxhaven Genossenschaft das stark sanierungsbedürftige Empfangsgebäude von der Stadt.

Viele Bürger haben es schon gar nicht mehr geglaubt, dass sie diesen Tag noch erleben werden: Doch nach sechs Jahren mit zum Teil zähen Verhandlungen hat die Stadt Cuxhaven jetzt das 35 000 Quadratmeter große Bahnhofsareal mit seinem maroden Empfangsgebäude für 1,2 Millionen Euro von der Deutschen Bahn AG gekauft. Die extra für diesen Zweck gegründete Bürgerbahnhof Cuxhaven eG hat gestern kurz darauf das Empfangsgebäude und das Grundstück, auf dem es steht, für 220 000 Euro plus Nebenkosten von der Stadt erworben.

Stein vom Herzen gefallen

„Uns ist wirklich ein Stein vom Herzen gefallen, als wir von dem Notartermin erfuhren. Wir sind glücklich, dass wir jetzt endlich mit den Arbeiten loslegen können“, freuen sich Michael Glenz und Gabriele Grubel. Die beiden Vorstandsmitglieder der Bürgerbahnhof Genossenschaft rechnen damit, dass sie mit der Sanierung des Bahnhofsgebäudes im Herbst dieses Jahres beginnen können. „Unser erklärtes Ziel ist, Ende 2017 in den sanierten Bahnhof einziehen zu können“, sagt Michael Glenz und fügt hinzu: „Gerade jetzt ist unser Architekt im Haus und untersucht die Statik.“

Stimmen aus der Politik

Hocherfreut hat die CDU/FDP-Gruppe im Rat der Stadt Cuxhaven die Nachricht über die notarielle Beurkundung aufgenommen. Gruppenvorsitzender Thiemo Röhler erklärt: „Heute ist ein guter Tag für die Stadt. Nach Irrungen und Wirrungen anderer politischer Mehrheiten in den vergangenen Jahren, haben wir es nun doch noch geschafft, das Bahnhofsareal anzukaufen. Damit ist die Grundlage für einen neuen und modernen Bahnhof/ZOB geschaffen.“

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann MdB, zeigt sich zufrieden: „Ich wünsche mir, dass Cuxhaven mit dem neuen ZOB auch die Chance erhält, auf dem Markt der Fernbusse Fuß fassen zu können. Die Arbeit ist mit dem Ankauf nicht abgeschlossen, sondern jetzt geht es um die Umsetzung der Pläne. Das ist eine schöne Aufgabe für den Rat und die Verwaltung.“

Für die SPD-Fraktion meldet sich der Fraktionsvorsitzende Gunnar Wegener zu Wort: „Hiermit ist eine lange Hängepartie beendet und wir freuen uns, dass jetzt die Bahnhofsgenossenschaft ihr Vorhaben, das Bahnhofsgebäude umfassend zu sanieren, beginnen kann.“

Uwe Santjer, SPD MdL, erinnert daran, dass die Landesnahverkehrsgesellschaft für die Modernisierung des Bahnhofsgebäudes einen Zuschuss von über 800 000 Euro schon bereitgestellt hat. Durch den Verkauf des übrigen Bahnhofsgeländes durch die DB AG an die Stadt Cuxhaven kann jetzt die Planung für den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB), den Vorplatz und die Park- and Ride-Plätze umgesetzt werden. Auch hierfür stehen nach Aussage von Santjer Landesmittel der LNVG zur Verfügung. In der Finanzplanung der Stadt seien für die Jahre 2017/18 bereits entsprechende Investitionsmittel im Haushalt der Stadt vorgesehen.

Bürgerengagement

Für „Die Cuxhavener“ verweist der Gruppenvorsitzende Rüdiger Kurmann noch einmal auf den desolaten Zustand des Gebäudes und hofft, dass die Genossenschaft möglichst zügig das Gebäude saniert, damit sich die Bürger nicht weiter für ihren Bahnhof schämen müssen. „‚Die Cuxhavener’ bleiben aber bei ihrer Meinung, dass die Planung des ZOB falsch ist. Der Omnibusbahnhof hätte neben die Gleise gehört, damit der Platz vor dem Bahnhof sinnvoller genutzt werden kann“, sagt Kurmann.

Ein attraktiver Bahnhof im Nordseeheilbad ist auch für den Ortsvorstand von Bündnis 90/Die Grünen ein Thema: „Wir wünschen uns, dass die Sanierung auch bautechnisch gelingen möge. Von Anfang an haben sich in der Bahnhofsinitiative und später dann in der Genossenschaft Menschen aus dem Kreis der Grünen engagiert. Wir möchten allen dafür danken. Sie alle haben dazu beigetragen, dass durch Bürgerengagement jetzt bald ein jahrelanges Ärgernis in unserer Stadt zu einem Schmuckstück wird. Wir hoffen, dass die Nutzung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs von und nach Cuxhaven demnächst ein Stück weit attraktiver ist“, sagt Christof Lorenz vom Ortsvorstand der Grünen.

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