Jugendamt

Cuxhaven: "Profitables Geschäft mit Kindern"

14.06.2018

CUXHAVEN. Unter der Überschrift "Jugendämter unter Druck" hatten wir am 19. Mai über die bundesweit knappe personelle Unterbesetzung von Jugendämtern berichtet. (red)

Ein Bericht, den Sabine und Rüdiger Orlowski nicht unkommentiert lassen wollten. Wohlgemerkt: Dass das Wort „Jugendamt“ für die pensionierten Lehrkräfte aus Döse zu einem Reizwort geworden ist, hat nichts mit dem örtlichen Jugendamt Cuxhaven zu tun. Das Jugendamt Bremen ist es, mit dem sie jahrelang im Streit vor Gericht gelegen haben und liegen.

Seit mittlerweile drei Jahren begleitet unsere Zeitung die Großeltern in ihrem Ringen um Kontakt zum Enkelsohn, der die ersten sieben Wochen bei ihnen gelebt hat und seither mal im Heim, mal in einer Pflegestelle und dann bei der leiblichen Mutter war. Nach jahrelangem Kampf haben Vater und Großeltern endlich regelmäßig Kontakt zu Sohn und Enkel.

Aber Wunden bleiben. Schwere Vorwürfe erheben die Großeltern in ihrer Reaktion auf den oben genannten Bericht, der aus dem Maß für einen Leserbrief herausfällt. Rüdiger und Sabine Orlowski schreiben:

„Es geht nicht, wie in der Studie (eine Befragung von bundesweit 652 Jugendamts-Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, d. Red.) berichtet, um Überlastung von Mitarbeitern, sondern vielmehr um ein System zum Entzug von Kindern. Mehr Quantität bedeutet nicht gleichzeitig eine Erhöhung der Qualität der Kinder- und Jugendhilfe. Leider!

Mittlerweile werden bei über 84 000 Inobhutnahmen jährlich Kinder ihren Familien entzogen, wobei auch mehrere betroffen sein können. Ein Großteil dieser Inobhutnahmen soll unbegründet sein. Jahr für Jahr werden damit etwa 160 000 Elternteile, 320 000 Großeltern und weitere Tanten, Onkel und Verwandte von den Jugendämtern und leider auch von einer oftmals wenig qualifizierten Familiengerichtsbarkeit als erziehungsunfähig deklariert, um betroffene Kinder Heimen und Pflegestellen zuzuführen.

Eltern/Elternteilen bleibt nur der Gang vor das Gericht. Kosten werden ihnen in Rechnung gestellt. Familiengerichtsverfahren sind nicht öffentlich. Als ‚Nichtbeteiligte‘ dürfen Jugendamtsmitarbeiter ohne strafrechtliche Verfolgung zum ‚Sachverhalt‘ lügen. Wir haben es selbst erlebt!

An diesem stark expansiven Geschäft partizipieren Jugendamtsmitarbeiter, private Träger der ,Kinder- und Jugendhilfe‘, gerichtsbestellte Verfahrensbeistände und Gutachter, Umgangsbegleiter, Systemtherapeuten, Psychologen, Psychiater, Rechtsanwälte und auch die Gerichte. Man könnte meinen, es handele sich um eine riesengroße Arbeitsbeschaffungsmaßnahme!

Wir wissen, wovon wir sprechen, wurde in Bremen der Kindesentzug unseres Enkels, exklusive Gerichtskosten, mit ca. 140 000 Euro bewerkstelligt. Die Unterlagen liegen uns vor.

Fehlende Aufsicht

Dieses System arbeitet unkontrolliert, ohne Fach- und Rechtsaufsicht. Artikel des Grundgesetzes, Paragrafen des BGB und der SGB, das Bremer Konzept und die fachlichen Weisungen fanden im Fall unseres Enkels keinerlei Beachtung. Schreiben der Familie, von Freunden, Nachbarn an Behörden und Politik wurden und werden nicht beantwortet.

Dieses System des wirtschaftlich motivierten Kindesentzugs ist nur durch gut geschulte Familienrichter aufzubrechen, die endlich ermitteln und Aussagen von Jugendamtsmitarbeitern infrage stellen. Manchmal würde schon ausreichende Empathiefähigkeit und gesunder Menschenverstand helfen.

So hat die nun im Fall unseres Enkels zuständige Richterin nach dreieinhalbjährigem Kampf eine Anbahnung des Kindes mit seinem Vater verfügt, wider das Interesse und ohne Mitwirken des Jugendamtes. Vater und Großeltern gelten nun gerichtsverfügt als dem Kindeswohl förderlich. Das Recht des Kindes auf seinen Vater und auf seine Familie wird nun endlich umgesetzt.

Und noch eine Bemerkung am Rande: Es handelt sich nicht, wie wir durch zahlreiche andere Betroffene erfahren mussten, um einen Fall! Sabine und Rüdiger Orlowski.“

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