Achim Taubert sprach in seinem Vortrag vor Mitgliedern und Gästen der Ingenieur-Vereinigung über Tidenphänomene in Elbe und Nordsee. Foto: Sassen
Beruf

Cuxhavener Ingenieur-Vereinigung geht in die Offensive

von Thomas Sassen | 01.06.2019

CUXHAVEN. Die Ingenieur-Vereinigung Cuxhaven feiert im kommenden Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Grund genug für den Vorstand, sich Gedanken darüber zu machen, wie Nachwuchs für den Verein und für die Ingenieurberufe im Allgemeinen begeistert werden kann.

Daraus entstand die Idee zu einer Veranstaltungsreihe an den Cuxhavener Gymnasien, die am Dienstag mit einem Vortragsabend im Lichtenberg-Gymnasium zu den Themen Schiffbau und Schiffsbetriebstechnik und Wasserbau begann. Während die Mitglieder recht zahlreich vertreten waren, hielt sich die Zahl der Schüler hingegen in Grenzen. Nur zehn angehende Abiturienten aus den Jahrgangsstufen 11 und 12 verfolgten die Vorträge von Achim Taubert (85, Wasserbau) und Jürgen Grzeskowiak (Schiffsbetriebstechnik) sowie der Schiffbauer Klaus-Peter Lasse und Colin Barth von der Firma Naval Consult aus Bremen. Moderator des Abends war Ulrich Rohde, stellvertretender Redaktionsleiter der Cuxhavener Nachrichten. Nachdem die Referenten kurz auf ihren eigenen beruflichen Werdegang eingegangen waren, widmeten sie sich in großer Ausführlichkeit den von ihnen angestellten Untersuchungen. Taubert versuchte auf der Grundlage seiner früheren Erkenntnisse als Wasserbauingenieur Fehlentscheidungen im Zusammenhang mit der laufenden Elbvertiefung und anderen Baumaßnahmen, an denen er vor Jahrzehnten als Planer im Auftrag der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung selbst beteiligt gewesen war, abzuleiten. So empfahl er beispielsweise, den Leitdamm vor Cuxhaven auf einer Länge von 250 Metern um maximal einen Meter abzusenken, um den negativen Auswirkungen der Aufsandung infolge der Westdrift sowie durch die Verklappungspraxis entgegenzuwirken. Nachgewiesen sei ein Aufwachsen des Cuxhavener Watts in den vergangenen 20 Jahren um 25 Zentimeter.

Jürgen Grzeskowiak, der in seiner Berufszeit beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Cuxhaven das amtseigene Baggerschiff "Johannes Gehrs" technisch betreut hatte, setzte sich kritisch mit der heutigen Praxis in Bezug auf die Baggerarbeiten bei der laufenden Elbvertiefung und der Unterhaltungsbaggerei auseinander. Ein Dorn im Auge sind ihm vor allem die hohen Kosten aufgrund der ineffizienten langen Revierfahrt zwischen den Stellen, an denen Sedimente aufgenommen und später wieder verklappt werden. Dagegen würden sich durch eine andere Strategie und andere Fahrzeuge Kosten im großen Maßstab einsparen lassen. Wie solche Geräte aussehen müssten, zeigten anschließend die Schiffbau-Ingenieure von Lasse & Partner.

Thomas Sassen

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tsassen@no-spamcuxonline.de

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