Zurzeit verlassen viele Jungvögel - wie hier die drei Waldohreulen unterschiedlichen Alters - ihr zu eng geratenes Nest. Foto: Hintelmann
Tiere

Cuxland: Finger weg von gefiederten Bruchpiloten

15.05.2019

KREIS CUXHAVEN/KREIS STADE. Der Greifvogelexperte Uwe Hintelmann rät: Unverletzte Jungvögel im Kreis Cuxhaven sollten auf einen Ast oder in einer Kiste hochgesetzt werden.

Bei Familie Hintelmann in Hamelwörden klingelt zurzeit mal wieder ständig das Telefon. "Wir bekommen viele Anrufe von Leuten und der Polizei bezüglich Ästlingen, die gefunden werden. Sie sitzen auf dem Boden oder in Büschen oder Bäumen und die Leute wissen nicht, was sie tun sollen", erzählt Uwe Hintelmann.

Der Hamelwördener ist ehrenamtlicher Greifvogelexperte und päppelt in seiner Pflegestation verunglückte Eulen, Bussarde und Adler oder auch hin und wieder den aus dem Nest gefallenen Nachwuchs auf.

Junge Greifvögel, die noch nicht flügge sind, aber ihr Nest bereits verlassen haben, heißen Ästlinge. Sie werden weiter von ihren Eltern versorgt. "Wenn sie nicht verletzt sind, sollten sie einfach auf einen höheren Ast oder in eine Apfelkiste hochgesetzt werden, sodass keine Katzen rankommen", erklärt Hintelmann. Dabei sei es unerheblich, wenn die sichere Stelle 50 bis 100 Meter entfernt vom Nest liege. "Das Muttertier hört seine Jungen rufen und wird sie füttern", versichert der Experte. Die Leute müssten auch nicht unbedingt das Nest sehen oder wissen, wo es ist. "Das Muttertier findet seine Ästlinge."

Entgegen der weitläufig verbreiteten Meinung könnten die Jungtiere durchaus angefasst werden, um sie an einen sicheren Ort zu setzen, erklärt Hintelmann weiter, sie würden dennoch von ihren Eltern versorgt werden. Er appelliert an besorgte Tierfreunde, die Vogelbabys vor Ort zu belassen: "Es ist immer einfacher für die Ästlinge, wenn sie vom Muttertier aufgezogen werden als wenn wir sie von Hand aufziehen müssen." Wenn sie verletzt seien oder das Muttertier gestorben oder angefahren sei, dann könnten die Tiere bei ihm in der Pflegestation abgegeben werden. "Das machen wir dann gerne", versichert Uwe Hintelmann. Erreichbar ist er unter der Telefonnummer (0 47 70) 77 11. (sh)

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