Gesunde Amsel im Garten. Foto: Brakemeier
Natur

Cuxland-Vögel kämpfen mit dem Usutu-Virus

von Ulrich Rohde | 26.10.2018

KREIS CUXHAVEN. Seit Mai hat sich die Amsel zunehmend rargemacht in den Gärten der Region.

Der Grund ist das tropische Usutu-Virus, das zwischen Mai und November zum Teil massenhafte Todesfälle unter heimischen Vögeln verursacht, zunehmend auch im Norden.

Der Anblick apathischer, torkelnder Tiere mit zerzaustem Gefieder oder bereits gestorbener Amseln hat viele Vogelfreunde alarmiert. Vor allem Amseln sind von dem Virus betroffen. Es wird von Stechmücken auf die Tiere übertragen.

Der Naturschutzbund Nabu hatte dazu aufgefordert, kranke oder tote Amseln zu melden und Proben an Virus-Experten einzusenden. Bis September sind beim Nabu Niedersachsen gut 2500 Meldungen eingegangen, so Dr. Hans-Jürgen Ropers, Nabu-Vorsitzender im Kreis Cuxhaven.

Die Tendenz sei mittlerweile jedoch rückläufig. Das könne allerdings nicht auf eine Erholung des Bestandes zurückgeführt werden. Frühestens ab dem Frühjahr könnten die Verluste durch neue Brut ausgeglichen werden. Die allmähliche Zunahme der Amselpopulation in den Gärten liege vor allem am Zuzug von Wintergästen aus Skandinavien.

"Die Zahl der Amseln ist generell deutlich geringer geworden", schätzt Ropers. Wie groß der Verlust tatsächlich ist, darüber könnte erst die "Stunde der Wintervögel" Anfang Januar mehr Aufschluss geben. Der Nabu fordert alljährlich zur Zählung der Gartenvögel auf. Der Vergleich mit dem Vorjahr könne interessant werden und belastbare Zahlen liefern, so Ropers. Es dürfte indessen einige Zeit dauern, bis die Vögel durch Auslese Resistenzen gegen das Virus gebildet hätten.

Erfahrungen aus Süddeutschland, wo das Usutu-Virus schon länger bekannt ist, besagten aber, so Hans-Jürgen Ropers, dass nach einem Seuchenzug die Population wieder auf etwa 80 Prozent der Ausgangsgröße anwachsen könne.

Ulrich Rohde

Stellv. Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

urohde@no-spamcuxonline.de

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