Mit Anekdoten

Damals und heute: Menschen aus Kreis Cuxhaven zeigen ihre alten Führerscheine

04.02.2022

KREIS CUXHAVEN. Ob rosa oder grau: Langsam, aber sicher verschwinden die alten Führerscheine und müssen der neuen EU-Plastikkarte weichen. Grund genug, um noch einmal in Erinnerungen zu schwelgen.

Bis 2033 muss jeder Führerschein, der vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde, in den neuen Führerschein ausgetauscht werden. Viele Leserinnen und Leser sind unserem Aufruf gefolgt, ihren alten "Lappen" zu zeigen. Nachdem wir bereits einen ersten Schwung Führerscheine veröffentlicht haben, folgt jetzt ein zweiter Teil der ganz persönlichen Anekdoten unserer Leser. 

Richard Steinmetz, geboren 1935, Führerschein von 1954: Meinen ersten Führerschein habe ich mit 16 Jahren gemacht. Damals bin ich mit einem Freund, der auch noch keinen Führerschein hatte, zum Ordnungsamt nach Cuxhaven gegangen. Da mussten wir nur die Verkehrsregeln aufsagen und uns wurden ein paar Verkehrsschilder gezeigt. Das war's. Für den Klasse-4-Führerschein hatte ich keine Fahrstunden. Gefahren bin ich dann mit dem Motorrad meines Vater - mit einer Zwei-Gang-Schaltung.

Meinen Auto-Führerschein der Klasse drei habe ich mit 18 Jahren gemacht. Um den zu absolvieren, benötigte ich gerade einmal drei Fahrstunden. Im Jahr 2000 habe ich meinen grauen Führerschein dann gegen den neuen Karten-Führerschein getauscht. Den grauen Lappen habe ich aber behalten.

Brigitte Lockhoff, geboren 1928, Führerschein von 1963: Ich habe meinen Führerschein im Juni 1963 gemacht, als ich 34 Jahre jung war. Ende der 2000er-Jahre habe ich dann das Auto verkauft, weil ich es im Alter von über 80 Jahren nicht mehr brauchte. In den knapp 50 Jahren des Autofahrens bin ich unfallfrei geblieben. Ich bin nie dicht aufgefahren, habe immer vorausschauend agiert und habe entsprechend reagiert, wenn ich eine Gefahrensituation erkannt habe. Mit meinem Mann Wilhelm und den Kindern sind wir früher oft und gern mit dem Auto nach Frankreich gefahren. Ich erinnere mich noch genau an die Huckelpisten. Es gab kaum asphaltierte Straßen, sondern viele Straßen, die mehr wie Feldwege waren - mit lehmigem Untergrund und Steinen.

Josef Teupe, geboren 1952, Führerschein von 1971: Wenn ich an Führerschein-Erlebnisse denke, erinnere ich mich, dass es mir öfter mal passierte, dass ich in Verkehrskontrollen geriet und dann auch den "Lappen" vorzeigen musste.

"Das sind Sie ja gar nicht. Zeigen Sie bitte den Personalausweis", hörte ich dann öfter mal. Wenn mich Polizistinnen überprüft haben, sagten sie häufig: "Wenn Sie heute noch so aussähen wie auf dem Bild in der Pappe, dann würde ich Ihnen spontan einen Heiratsantrag machen".

Und ich würde ihn annehmen, antworte ich meistens - aber dazu müsste ich mir erst einmal das Führerscheinbild ansehen. Dann wird oft gelacht und alles ist in Ordnung. Es ist doch ein schönes Gefühl, wenn man auf beiden Seiten lacht und sich gemeinsam freuen kann.

Artur Senftleben, geboren 1956, Führerschein von 1980: "Nachdem ich 1974 mit 18 Jahren meinen deutschen Führerschein gemacht habe, habe ich während meines Masters-Studium in Kanada 1980 - eher aus Jux - für circa vier Euro eine kanadische "Learning Driving License" erworben. Für das Entgelt gab es eine kurze schriftliche Prüfung, ein Passfoto und die "Learning License".

Wolf-Dieter Petermann, geboren 1942, Führerschein von 1963: Meine erste Fahrstunde werde ich nie vergessen, sie musste abgebrochen werden. Es war der 16. Februar 1962, also der erste Tag der großen Sturmflut. Der Wind erreichte während der Fahrt in Böen Stärke 12. In Sahlenburg war Seitenwind und der Fahrlehrer musste das Lenkrad mit festhalten.

Ich war bei der Fahrschule Großmann mit einem Mercedes als Fahrschulwagen. Der strenge Fahrlehrer gab schon mal einen Klaps in den Nacken. Gesprochen wurde Plattdeutsch, was ich zum Glück konnte.

Holger Wienzek, geboren 1956, Führerschein von 1974: Nach meiner bestandenen Führerscheinprüfung 1974 - ich war 18 Jahre alt - hat mich meine Mutter mit einem Renault R4 abgeholt. Als sie vor der Tür stand, habe ich dann zu ihr gesagt: "Mama, rutsch rüber auf den Beifahrersitz, ich fahre." Sie war ganz überrascht. Damit war ihr aber auch klar, dass ich die Prüfung bestanden hatte.

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