Seebad-Serie

Dem Meeresgott Neptun ganz nah

03.08.2016

CUXHAVEN. Eine Prieltaufe war schon immer ein nasses Vergnügen für die Gäste Cuxhavens. Von Nele Tröger und Maren Reese-Winne

CUXHAVEN. Vom Meeresgott haben schon viele etwas gehört, dass er aber in Cuxhaven – genauer in Altenwalde – wohnt, wissen nicht alle. Die Rede ist von Neptun und seinem Gefolge, welches das ganze Jahr über Prieltaufen im weiten Cuxland zelebriert.

Neptuns Prieltaufen werden seit über 70 Jahren vollzogen und laden immer wieder Kurgäste und Cuxhavener zum Beobachten und Mitmachen ein. Diese Besonderheit ist einmalig in Deutschland und nur an der Nordseeküste im Watt zu erleben.

Seit 20 Jahren ist Karl-Heinz Rohbrecht Hauptperson und Gebieter des Gefolges. Das Ensemble setzt sich aus dem Sterngucker, dem Barbier, dem Einseifer, dem Pastor und natürlich Neptun zusammen.

Angefangen hat Rohbrecht als Sterngucker, heute gibt es diese Figur leider nicht mehr in der Gruppe. Nach fünf Jahren Mitgliedschaft avancierte Rohbrecht zum Neptun. „Um Neptun zu sein, muss man Zeit haben. Diese Zeit habe ich als Rentner“, erzählt er.

Eine Prieltaufe von Neptun höchstpersönlich im Rahmen des Duhner Wattrennens ist etwas ganz Besonderes. Zunächst geht es mit dem Wattwagen zum Richterturm. Dort angekommen beginnt die Zeremonie mit einer Ansprache Neptuns. Das Gefolge stellt sich vor.

Zunächst werden die Opfer eingeseift, dann kommt der Barbier und „rasiert“ den Täufling, anschließend wäscht der Pastor diesen mit Wasser sauber.

Ist die Taufe geschafft, gibt es eine Urkunde, ausgehändigt vom Gott der Meere. Das Besondere: Mit der Taufe erhalten die Landratten einen ganz außergewöhnlichen Namen aus dem Reich des Seebads. Lachmöwe, Seezunge oder Taschenkrebs sind nur einige von ihnen.

„Seekuh“ mit Humor

Dass die Auswahl der Tauf-Namen nicht immer ein Erfolg ist, hat selbst Karl-Heinz Rohbrecht schon miterlebt. „Die Namen werden bereits vor der Zeremonie in die Urkunde eingetragen, wir sehen den Menschen also nicht vor der Namensgebung.“

So kam es einmal dazu, dass eine kräftig gebaute Frau einen (un)passenden Namen erhielt. „Ich habe mich schon vor der Übergabe der Urkunde zigmal entschuldigt bei der Frau, mir war es richtig unangenehm, diesen Namen auszusprechen“, sagt Rohbrecht. Auf der Urkunde der Frau war der Tauf-Name „Seekuh“ eingetragen. Sie selbst nahm es mit Humor. Heute kann auch Rohbrecht über dieses Malheur lachen. Für die Gruppe rund um den Meeresgott ist es wichtig, dass die Menschen zufrieden sind. Deshalb wird am Strand ordentlich promeniert. Menschen mit Behinderung gehört das ganze Herz Neptuns, denn es macht ihn einfach glücklich, diese Menschen zu ermuntern.

Da scheuen sich Karl-Heinz Rohbrecht und seine Truppe auch nicht vor Überstunden. „Eine Gruppe von Kindern mit Behinderungen hatte uns an einem Tag verpasst. Die Betreuer waren enttäuscht, als sie sahen, dass wir unsere Sachen am Strand wieder einpackten.“ So wurde kurzerhand alles wieder ausgepackt und rund 40 Kinder wurden noch getauft. Natürlich mussten sich auch die Betreuer ordentlich einseifen lassen.

Auch Hund getauft

Besonders in Erinnerung bleibt Rohbrecht die Taufe eines Hundes in Sahlenburg. „Die Halter wünschten sich, dass auch ihr Hund eine solche Taufe erhält. Den Wunsch schlugen wir dann natürlich nicht aus“, freut sich der Altenwalder. Ebenso erinnert er sich an seinen jüngsten Täufling überhaupt. Ein fünf Monate alter Junge wurde behutsam eingeseift und getauft. „Direkt im Anschluss an die kirchliche Taufe“, lacht Karl-Heinz Rohbrecht.

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