Den Rückschlag muss die Klinik erst verkraften

22.01.2018

Bernward Steinhorst ist ausgebootet aus der Capio-Klinik Otterndorf. Ein Kommentar zum Rauswurf des Chefarztes von Felix Weiper.

Die Capio-Klinik hat den ebenso kompetenten wie beliebten Chefarzt gefeuert. Für das Gesundheitswesen im Landkreis Cuxhaven ist das ein schwerer Schlag. Das Otterndorfer Krankenhaus verliert an Renommee und medizinischer Expertise. Die Konzernleitung und die Klinikgeschäftsführung haben sich von den Solidaritätsadressen, die den Arzt aus der Bevölkerung erreichten, nicht beeindrucken lassen. Mit dem Rauswurf von Dr. Steinhorst hat Capio eine klare Kursbestimmung vorgenommen: Profit ist im Zweifelsfall wichtiger als das Patientenwohl und medizinischer Sachverstand.

Capio-Manager Klaus Wöhrle und seine Otterndorfer Klinik-Chefin Diana Möller setzen sich erst gar nicht mit den in der Öffentlichkeit laut gewordenen kritischen Stimmen sachlich auseinander, sondern schalten gleich auf Gegen-Attacke um. In der Presseerklärung zur weiteren Entwicklung des Krankenhauses diskreditieren sie ihre Kritiker und befeuern so den Konflikt. Das ist selbstherrlich und unangemessen.

Wöhrle sprach davon, dass die Klinik gut aufgestellt sei und hervorragende Zahlen vorweisen könne. Das mag stimmen. Es ist aber keinesfalls das Verdienst der jetzigen Klinkleitung. Möller konnte ein erfolgreiches Haus von ihrem Vorgänger übernehmen. Wie sich das krasse Fehlverhalten der Chefetage auf die weiteren wirtschaftlichen Perspektiven des Capio-Hauses in Otterndorf auswirken wird, muss sich erst zeigen. Das Krankenhaus hat einen enormen Vertrauensverlust zu verkraften. Es könnte schnell zum Notfall werden.

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