Die Aktion "Brot statt Böller" ruft dazu auf, weniger Böller zu kaufen und vielmehr die Ersparnis dafür zu verwenden, bedürftigen Menschen Saatgut zu spenden. Symbolfoto: Archiv
Kommentar zu Silvester

Devise im Kreis Cuxhaven lautet: Brot und Böller

von Wiebke Kramp | 31.12.2018

133 Millionen Euro sollen Menschen in Deutschland 2017 für Silvester-Feuerwerk ausgegeben haben. Dazu ein Kommentar von Wiebke Kramp.

Ich weiß, ich hab ‘nen Knall. Den Himmel bunt malen, die bösen Geister des Jahres mit Getöse und Radau vertreiben - zugegeben es macht einen Heidenspaß, Raketen, Knaller oder Heuler zu zünden und mit funkensprühenden Fontänen Licht ins Düstere zu bringen. Silvester so ganz ohne Feuerwerk mag ich mir nicht vorstellen. Das wäre wie Fondue ohne Filet oder Wunderkerzen ohne Glitzerfunken.

133 Millionen Euro sollen Menschen in Deutschland 2017 für Silvester-Feuerwerk ausgegeben haben. Materialmenge und Kosten für Pyrotechnik stimmen mich bedenklich, die manche Menschen so sorglos in die Luft jagen und buchstäblich verpuffen lassen. Säckeweise schleppen sie Böllerpakete, Kanonenschüsse und Paletten an Silvesterraketen mit und ohne Knalleffekt jetzt aus den Läden, und zünden diese geballte Pyrotechnik, als gelte es, das neue Jahr mit einer Kriegsansage zu begrüßen. Und so wohnen zwei Seelen in meiner Brust.

Die bereits Anfang der Achtzigerjahre entstandene Aktion "Brot statt Böller" ruft auch dieses Jahr dazu auf, weniger Böller zu kaufen und vielmehr die Ersparnis dafür zu verwenden, bedürftigen Menschen Saatgut zu spenden. "Helfen Sie Menschen, sich selbst zu ernähren!", ruft die kirchliche Hilfsinitiative "Brot für die Welt" auch in diesem Jahr auf, Silvester Freude zu teilen.

Man muss ja nicht gleich totalen Verzicht üben, sondern Maß halten und den eigenen Knaller-Konsum etwas einschränken. Brot und Böller wird so zu meinem Vorsatz noch im alten Jahr.

Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

wkramp@no-spamcuxonline.de

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