Drei neue Streckenrekorde beim Küstenmarathon

19.09.2010

OTTERNDORF. Die Spitzenläufer beim KSK-Küstenmarathon zum Weltkindertag in Otterndorf boten am Sonntag teilweise Weltklasse-Leistungen, allen voran der 22-jährige Kenianer Wilfried Murgor, der über zehn Kilometer einen neuen Streckenrekord (28:07 Minuten) aufgestellt hat. Zwei weitere Streckenrekorde purzelten beim Halbmarathon. Daniel Chebii (1:02:40 Stunden) und Caroline Chepkwony (1:11:14) aus Kenia siegten mit Ansage und mit tollen Leistungen . Seinen zweiten Erfolg in Folge feierte Edwin Kibowen im Marathon.

Der Wettergott meint es immer gut mit den über 1500 Läufern auf den unterschiedlichen Strecken beim Küstenmarathon. Bei der elften Auflage dieser Laufveranstaltung in Otterndorf haben die Organisatoren aber tief durchgeatmet, fast bis zum letzten Zieleinlauf blieb es trocken. Die Zehn-Kilometer-Läufer absolvieren nämlich in Otterndorf eine Sieben- und eine Drei-Kilometer-Runde. Der 22-jährige Wilfried Murgor aus Kenia musste sich kurzfristig einem anderen Konkurrenten stellen, denn Phaustin Baha (Tansania) hatte abgesagt, dafür sprang Tola Bane aus Äthiopien ein. Murgor, der erst kürzlich in den Niederlanden seine Bestzeit auf 28:11 verbessert hatte, kam zu einem ungefährdeten Sieg in der absoluten Weltklasse-Zeit von 28:07. Damit unterbot er den Streckenrekord seines Landsmannes Peter Kamais (2009: 28:26). Bane wurde Zweiter (28:56) vor Samuel Berhe (Rhede, 33:30).

Bei den Frauen boten die drei kenianischen Starterinnen ebenfalls eine gute Leistung. Susan Tanui hatte sich kurzfristig von Halbmarathon auf zehn Kilometer umgemeldet, und das sollte sich lohnen. Die 27-Jährige hatte bisher eine Bestzeit von 33:40. Beflügelt von der Atmosphäre in der Otterndorfer Altstadt und dem tollen Ausblick auf dem Deich verbesserte sie diese Marke auf 33:11 Minuten und gewann. Auf Rang zwei landete Veronica Cheboi (33:57) vor Nancy Koech (34:43).

Daniel Chebii und Caroline Chepkwony laufen von Sieg zu Sieg. Die beiden Kenianer gewannen gestern die Halbmarathon-Konkurrenz, stellten dabei neue Streckenrekorde auf. Chepkwony hatte sich das Rennen über die 21 Kilometer gut eingeteilt und hatte auch prominente Tempomacher. Die 24-Jährige hängte sich nämlich an die beiden besten Marathonläufer (Edwin Kibowen und Henry Tororei) ran. Dies erwies sich als taktisch klug, denn so hatte sie lange das Tempo hochhalten und auch noch auf den letzten Kilometern zulegen können. Chepkwony ließ sich nach 1:11:14 Stunden vom Publikum feiern (vor Emily Biwott, Kenia, 1:21:13 und Viola Melchin, Bremerhaven, 1:41:48), denn sie hatte nicht nur den Streckenrekord deutlich gebrochen (2008: Maximilia Koros, Kenia, 1:13:31), sondern verbesserte auch noch ihre persönliche Bestzeit (1:12:11) um fast eine Minute.

Der 25-jährige Kenianer Daniel Chebii , der erst kürzlich den Kö-Lauf in Düsseldorf mit der schnellsten je erzielten 10-Kilometer-Zeit auf deutschem Boden (27:43) gewann, machte von Anfang Druck. Den Halbmarathon gewann Chebii in sehr starken 1:02:40 Stunden. Damit war er 72 Sekunden schneller als Paul Kemboi, der im Jahr 2008 den Streckenrekord aufgestellt hatte. Chebii gewann klar vor dem Junioren-Cross-Weltmeister aus Äthiopien, Meba Tadesse (1:06:37). Auf den dritten Rangkam Dr. Christian Mangels vom TSV Otterndorf (1:21:18) vor seinen Klubkollegen Mario Schwiemann (1:22:58), Michael Tietje (1:28:26) und Heiko Dieckmann (1:28:29).

Im vergangenen Jahr bremste der anlandige Wind die Marathonläufer, dieses Mal gab es Seitenwind am Hadler Kanal und sogar fast Rückenwind am Strand. Gut damit zurechtgekommen ist Edwin Kibowen. Der Vorjahressieger aus Kenia verteidigte seinen Titel und war dabei noch drei Minuten schneller als 2009. Kibowen lief bis Kilometer 27 mit seinem Landsmann Henry Tororei zusammen, der sein Marathon-Debüt gab. Dann folgte die Tempoverschärfung. Nach und nach wurde der Vorsprung größer. Am Ende siegte Kibowen mit 2:20:04 Stunden vor Tororei (2:22:04). Auf Rang drei kam Alexander Hempel (3:02:28), der Manager der beiden Kenianer.

Hempel war aber nicht der dritte Athlet, der die Ziellinie überschritten hatte, denn vor ihm waren die beiden besten Frauen. Prisca Kiprono (Kenia) und Krystyna Kuta (Polen) lieferten sich lange ein Duell Schulter an Schulter. Am Ende war die Afrikanerin nach 2:48:58 Stunden Erste vor der Titelverteidigerin aus Polen (2:49:33). Dritte Frau wurde Britta Giesen (TH Eilbeck, 3:23:31).

Edwin Kibowen möchte übrigens gern 2011 den Hattrick schaffen und dreimal hintereinander in Otterndorf gewinnen. Gestern zog er gleich mit seinem Landsmann Erik Kimase, der auch zwei Siege beim Küstenmarathon erlief. Kibowen: "Das war ein tolles Rennen. Ich liebe Otterndorf und es wäre eine Ehre für mich, wenn ich für nächstes Jahr eine Einladung erhielte."

von Frank Lütt

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