Ambitionen, dieses in Top-Lage befindliche Grundstück neu zu bebauen, gibt es seit vielen Jahren. Jetzt sollen an der Duhner Spitze tatsächlich Nägel mit Köpfen gemacht werden; ein Großprojekt muss nur noch wenige formale Hürden nehmen. Foto: Koppe
Bauwesen

Duhner Spitze: Am Mittwoch soll der Entwurf abgesegnet werden

von Kai Koppe | 06.11.2019

CUXHAVEN. Mitglieder des städtischen Bauausschusses beschäftigen sich in dieser Woche erneut mit dem Neubauvorhaben an der Duhner Spitze. In der Sitzung am Mittwoch, 6. November, soll der Auslegungsbeschluss über den umstrittenen Bebauungsplan "Rugenbargsweg" gefasst werden.

An der Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen, ist es zumindest aus Sicht der SPD-Stadtratsfraktion. In ihrer jüngsten Fraktionssitzung hatten sich die Genossen mit diversen Bauprojekten im Stadtgebiet befasst und dabei auch die Situation an der Duhner Spitze beleuchtet. Seit rund zehn Jahren, so gab Fraktionschef Gunnar Wegener anschließend in einem Pressegespräch zu bedenken, sei man mit besagtem B-Plan beschäftigt. "Nach Abwägung aller Probleme", so Wegener, "muss man jetzt eine Entscheidung treffen."

Im Rahmen eines Anhörungsverfahrens hatten Bürger, aber auch Verbände und Institutionen, deren Interessen durch die geplante Errichtung von insgesamt sechs Baukörpern unterschiedlicher Größe und Höhe tangiert werden, Einwände oder Bedenken vorgetragen. Dabei ging es unter anderem um den Anstieg der Verkehrsbelastung, die weniger durch den geplanten Bau einer circa 90 Einzelzimmer umfassenden Pflegeeinrichtung, sondern eher schon durch die ergänzende Dauer- und Ferienwohnbebauung entstehen dürfte.

Anwohner-Sorgen, die mit der sich bei einer Bebauung der Duhner Spitze verschärfenden Entwässerungssituation zu tun haben, können aus SPD-Sicht durch ein "Update" des bisherigen Entwässerungskonzeptes zerstreut werden: Wegener wies darauf hin, dass die auf dem Gelände zu verbauenden Pufferspeicher (sogenannte Rigolen) ihren Dimensionen nach so angepasst worden seien, dass man davon ausgehen könne, dass eine Entwässerung des Areals auch bei heftigeren Regenfällen gewährleistet sei.

Kritik von Anwohnerseite

Anwohner sind diesbezüglich keineswegs so optimistisch: Eberhard Fellmann kritisiert die Art und Weise, in der im Rathaus mit den von mehreren Seiten vorgetragenen Bedenken umgegangen werde: Einwände der Polizei (Thema: Verkehrsbelastung) seien "zur Kenntnis genommen", Befürchtungen des Deichverbandes (Stichwort: Rigolen) mit einer lapidaren Bemerkung beiseitegeschoben worden. Fellmann erinnert zudem daran, dass die damalige Konzeption des Projekts "Duhner Domizil" unter anderem "wegen der geplanten Baudichte und vor dem Hintergrund der bekannt schwierigen Verkehrssituation in Duhnen" abgelehnt worden sei. Umso überraschender ist aus Sicht des Duhners der Ende 2017 beziehungsweise im Jahr 2019 vollzogene Sinneswandel im Rathaus: Bei Wiedervorlage habe die Verwaltung das leicht modifizierte (und in puncto Baudichte deutlich intensivierte) Vorhaben unterstützt.

Vorgaben

Dass auf dem Areal eine Kur- bzw. Pflegeeinrichtung entsteht, war von Anfang an die Prämisse für die Genehmigung einer Neubebauung des ehemaligen Schwedenheim-Grundstücks.

Realisiert werden soll nun eine Kombilösung, bestehend aus einer Senioreneinrichtung und Wohnungen zum Dauer- bzw. Ferienwohnen.

Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

kkoppe@no-spamcuxonline.de

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