Aktionstag an der Oberndorfer Kiebitzschule

Ein bisschen Afrika an der Oste

27.06.2012

OBERNDORF. Eine Unterrichtsstunde in Kisuaheli steht normalerweise nicht auf dem Lehrplan der Oberndorfer Grundschule. Gestern war das etwas anderes: Am Afrika-Aktionstag erkundeten die Schüler spielerisch verschiedene afrikanische Sprachen – und sie sangen, tanzten, trommelten. Obendrein bekamen sie jede Menge Hintergrundwissen über die aktuelle Lage und die Probleme des Kontinents.

Die Idee zur Beschäftigung mit dem Thema Afrika sei von den Schülern vor geraumer Zeit selbst gekommen – angeregt von Medienberichten über eine Hungersnot im vergangenen Jahr, sagte Lehrerin Ilona Appel. So verkauften sie auf dem letzten Weihnachtsmarkt selbst gebastelte Dinge und trugen so ihren Teil dazu bei, dass ihre Schule eine Patenschaft für zwei afrikanische Kinder übernehmen konnte.

Der gestrige Aktionstag – eine Kooperation der Baljer und der Oberndorfer Grundschule – war gewissermaßen die Fortsetzung der Beschäftigung mit dem Nachbar-Kontinent: Unterstützt von zwei Zuwendungsgebern und dem Förderverein der Kiebitzschule war das Team des Vereins „Black and White“ mit Sitz im nordhessischen Wanfried an die Oste gekommen. Die vier Musiker des Vereins stammen aus der Elfenbeinküste, Ghana und dem Kongo. Sie gaben den 120 Schülern der ersten bis vierten Klasse aus Oberndorf und Balje Einblicke in die verschiedenen Sprachen ihrer Heimat, sangen afrikanische Lieder und tanzten mit ihnen. Außerdem hatten sie 80 Djembé-Trommeln mitgebracht, auf denen sich die Schüler ausprobieren konnten. Auch das Kollegium trommelte gestern mit: Am Nachmittag stand für die Lehrer eine Fortbildung mit den afrikanischen Musikern auf dem Programm, bevor der Tag mit einem großen Mitmach-Konzert zu Ende ging.

Der Afrika-Aktionstag vermittelte den Kindern aber keine heile Welt: Dass die Länder des afrikanischen Kontinents ganz handfeste Probleme haben und wie die mit der westlichen Welt zusammenhängen, erläuterte Wolfgang Lieberknecht von „Black and White“ den Schülern in einem Vortrag. Keine einfache Kost – dessen waren sich auch die Lehrer bewusst. Sie wollen den Kindern ein reales Bild von Afrika vermitteln und sie für interkulturelle Belange sensibilisieren, sagte Ilona Appel. Denn: Menschen mit anderer Hautfarbe hatten viele Schüler bisher noch nicht persönlich kennengelernt. Seit gestern ist das anders.

Roland Ahrendt

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