Ein Desaster und ein Armutszeugnis

11.10.2017

Wer eine Fährlinie betreibt, hat Verantwortung gegenüber seinen Kunden und seinen Mitarbeitern. Zum möglichen Aus der Elbefähre ein Kommentar von Thomas Sassen.

So geht das nicht! Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Aber offenbar nicht für den Geschäftsführer der Elb Link-Fährgesellschaft. Bernd Bässmann vermeldet in einer Pressemitteilung am Montagabend die Unterbrechung der Fährlinie auf unbestimmte Zeit wegen Problemen an der Maschine des einzigen Fährschiffes. Statt anzufügen, wann es voraussichtlich weitergeht, deutet er schon einmal vorsorglich an, dass der Betrieb zwar inzwischen recht erfolgreich läuft, aber übers Jahr gesehen, noch immer keine schwarze Null abwirft. So weit die offizielle Meldung. Und am nächsten Tag ist er für Nachfragen nicht zu erreichen.

Angeblich ist er im Urlaub, für einige Tage. Die armen Mitarbeiter wissen nicht, was sie den verunsicherten Kunden sagen sollen. Ist es grundsätzlich aus, oder geht es weiter? Und wenn ja, wann? Tausend Fragen, keine Antworten. Das ist ein Desaster und ein Armutszeugnis für Bässmann. Dabei war er mit so viel Vorschusslorbeeren gestartet. Er wollte das angeschlagene Schiff wieder auf Kurs bringen. Dass das kein Selbstläufer würde, war ebenso klar. Und nun das.

Erinnerungen an die Insolvenz der Vorgängergesellschaft kommen auf. Damals im Februar 2016 hieß es noch am Abend vor dem Aus und der anschließenden Insolvenz vom damaligen Geschäftsführer, dass der Fährbetrieb auf jeden Fall weiterliefe. Schon tags darauf war Feierabend.

Nun das gleiche Spiel? Wie steht es tatsächlich um die Reederei? Warum rechnet sich das Geschäft nicht, trotz gestiegener Gästezahlen und reduzierter Kosten? Ist es ein Hilferuf, vier Tage vor der Landtagswahl oder bereits der Abgesang?

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