Einzelhändler schlagen Alarm

07.05.2018

Die Einzelhändler Cuxhavens fordern Hilfe von der Stadt Cuxhaven. Dazu ein Kommentar von Jens J. Potschka.

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Getsch hat allen Grund zur Freude. In dieser Woche verkündete er für die Cuxhavener „Schlüsselbranche Tourismus“ abermals herausragende Zahlen: 604 135 Übernachtungsgäste und 3,768 Millionen Übernachtungen im Jahr 2017 – das kann sich wirklich sehen und hören lassen.

Wie schafft es das Nordseeheilbad, so hoch in der Gunst der Urlauber zu stehen? Der Erfolg hat natürlich viele Väter. Doch eines ist sicher: Cuxhaven hat in den zurückliegenden Jahren trotz angespannter Haushaltssituation durch geschicktes Anzapfen von Fördertöpfen – der Verwaltung und Wirtschaftsförderung sei Dank – viele Leuchtturm-Projekte realisieren können.

Die neue Strandpromenade, das architektonisch wertvolle Wattenmeer-Besucherzentrum, das Museum „Windstärke 10“ und die sanierten Einkaufszentren Lotsenviertel und Nordersteinstraße tragen allesamt dazu bei, dass sich Bürger und Urlauber hier an der Küste gleichermaßen wohlfühlen.

Jetzt ziehen wieder einmal dunkle Wolken am Himmel über dem Einzelhandel auf. Der Internethandel lässt grüßen. Kaufmann Ralf Duderstadt konfrontierte Oberbürgermeister Getsch am vergangenen Donnerstagabend in einer Talk-Runde des Unternehmensverbandes Cuxhaven mit den Problemen des heimischen Einzelhandels. Der Einzelhändler vermisst einen direkten Ansprechpartner für die Belange des Handels bei der Agentur für Wirtschaftsförderung. Auch die Misere beim Management von Leerständen benannte der Kaufmann und unterbreitete vor dem UVC eine ganze Reihe von Vorschlägen, für die er die Hilfe der lokalen Politik und der Stadtverwaltung einforderte.

Der Wirtschaftsfachmann Ulrich Getsch, der in dieser Woche bei der Präsentation der guten Zahlen aus dem Tourismus wieder einmal beteuerte, den Einzelhandel unterstützen zu wollen, zeigte den aktuellen Ideen jedoch unisono die kalte Schulter: Stadtmarketing, Leerstandsmanagement, Ansprechpartner für den Einzelhandel in der Agentur für Wirtschaftsförderung – Fehlanzeige! Das ist ein Schlag ins Gesicht des Einzelhandels.

Natürlich hat Getsch recht, wenn er sagt, der Einzelhandel müsse im Kampf gegen den Internethandel mit noch individueller gestalteten Angeboten um die Gunst der Kunden werben. Doch die Stadt muss dem Einzelhandel dabei unter die Arme greifen. Wenn Cuxhaven weiter wachsen möchte, sind intakte Einkaufszentren wichtig. Die Wirtschaftsförderung muss hier aktiv werden, schließlich hat sie in ihren Reihen eine versierte Mitarbeiterin, die auf diesem Gebiet eine echte Könnerin ist.

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