Im Dezember 2011 protestierten Tausende mit einer Kette aus Fackeln von Cuxhaven bis Hamburg gegen die drohende Elbvertiefung. Foto: Nabu
Schifffahrt

Elbvertiefung: Nassbaggerarbeiten starten

23.07.2019

KREIS CUXHAVEN. Am Dienstag starten offiziell die Nassbaggerarbeiten zur Elbvertiefung. Dies feiern die Vorhabenträger mit einem feierlichen Akt an Bord der MS "Hammonia" in Wedel. Cuxhavens designierter Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD) hat eine Teilnahme an dem Festakt aus Protest abgesagt.

Am heutigen Dienstag beginnen die Nassbaggerarbeiten zur Elbvertiefung. Die Vorhabenträger der sogenannten Fahrrinnenanpassung feiern dies mit einem Akt an Bord der MS "Hammonia", die um 13 Uhr vom Anleger Wedel-Schulau mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), dem Präsidenten der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte, sowie Jan Pörksen, Chef der Hamburger Senatskanzlei, Wirtschaftssenator Michael Westhagemann und prominenten Köpfen der Hafenwirtschaft ablegen wird.

Während diese Herren bei bester Laune sein werden, sind die Gegner der Elbvertiefung und die Elbfischer nicht in Feierstimmung. So wird unter anderem Elbfischer Lothar Buckow die Leinen seines Kutters "Elise" um 12 Uhr im Yachthafen Neuenschleuse lösen und seinen Protest mit dem Banner "Keine Elbvernichtung" medienwirksam kundtun.

Auch für den Cuxhavener SPD-Landtagsabgeordneten und designierten Oberbürgermeister Uwe Santjer ist der symbolische Spatenstich zur Elbvertiefung kein Feiertag. Er hat eine Einladung zu dem Festakt abgelehnt. Das kostspielige Projekt sei nach Santjers Auffassung verzichtbar, wenn es zu einer wirklichen Hafenkooperation kommen würde. "Durch den JadeWeserPort in Wilhelmshaven haben wir für ganz Deutschland hervorragende Potenziale als gesamtdeutscher Hafenstandort." Dem SPD-Kreistagsfraktionschef Claus Johannßen bleibt unverständlich, dass Deichsicherheit und Naturschutz den Interessen Hamburgs weichen mussten. Die Vertiefung, bei der etwa 40 Millionen Kubikmeter Sedimente bewegt werden, werde nach Auffassung der SPD im Cuxland erhöhte Unterhaltungsbaggerungen nach sich ziehen. Die bisherigen Kosten belaufen sich auf jährlich etwa 100 Millionen Euro. Die SPD erwarte von der Bundesregierung, dafür zu sorgen, dass die Deichsicherheit oberste Priorität hat und weiter an einer nationalen Hafenkooperation gearbeitet wird. "Darüber hinaus muss gewährleistet werden, dass das Baggergut während der Arbeiten und bei der Unterhaltungsbaggerung das Weltnaturerbe Wattenmeer nicht beschädigt", so Santjer und Johannßen.

Gleichzeitig macht der Umweltverband Nabu darauf aufmerksam, dass die Fahrrinnenvertiefung einen ökologischen Kollaps der Unter- und Außenelbe zur Folge haben werde und auch das Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer beidseits der Elbmündung das "wasserbauliche Abenteuer" nicht schadlos überstehen werde. Fischen und Seeschwalben werde die Nahrungsgrundlage entzogen, der Salzgehalt der Unterelbe werde flussaufwärts verschoben und der Schifffahrt drohe ein erhöhtes Havarierisiko. Hinzu komme, dass die Verklappungen von Millionen Kubikmetern Baggerschlick in der Außenelbe eine zusätzliche Verschlickungsgefahr für das Cuxhavener Watt bedeutete.

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