Die Wertschöpfung von Fotovoltaik- und Windkraftanlagen sollte in der Region bleiben und nicht bei auswärtigen Unternehmen, findet die Energiegenossenschaft Otterndorf - und hat dazu einen offenen Brief an die Politik in der Samtgemeinde Land Hadeln verfasst. Foto: dpa/Wagner
Energiegenossenschaft

"Nicht Großkonzernen das Feld überlassen": Deutliche Worte der Energiegenossen aus Otterndorf

von Wiebke Kramp | 18.07.2022

KREIS CUXHAVEN Die Energiegenossenschaft Otterndorf findet deutliche Worte. Sie wendet sich in einem offenen Brief an alle Bürgermeister der Samtgemeinde Land Hadeln. Darin geht es um große Ziele: Bekämpfung des Klimawandels, regionale Energie-Autarkie und lokale Stärkung.

Der Vorstand hält es für wichtig, die Wertschöpfung in der Region zu halten. Im Gegensatz dazu sieht sie die überregional agierenden Investoren, die gegenwärtig allerorts an Gemeinden und Kommunalverwaltungen herantreten.

Silke Eulenstein, Maria C. Jarowoy und Jochen von Stemmen als Vorstand teilen dazu mit: "Uns als Umweltgruppe/Energiegenossenschaft ist es wichtig, an die kommunalen Vertreter und Vertreterinnen der Region zu appellieren, aber auch an alle Landbesitzer und Landbesitzerinnen und alle Betriebe in der Samtgemeinde Hadeln, sich mit den Vertreterinnen und Vertretern der Energiegenossenschaft zusammenzusetzen und gemeinsam über eine direkte Bürger-Beteiligung zu beraten, bevor ein Energieprojekt an eine Investment-Gesellschaft vermittelt wird."

Bereitschaft zur Veränderung höher als je zuvor

Das Bewusstsein, sich von den fossilen und atomaren Energieträgern zu lösen sei gegenwärtig höher ist als je zu vor. Die Bevölkerung stehe zunehmend hinter den regenerativen Energieformen. Regulatorischen Hemmnisse zur Installation von Wind-, Solar-, Biomasseenergie bis zur Wärmepumpentechnik müssten noch weiter und zügig verringert und entschärft werden. Besonders Investitionsintensive und raumgreifende Projekte, wie Wind und Freiflächenfotovoltaik-Anlangen bedürften einer angepassten Struktur.

Eine breite Beteiligung der Bevölkerung, Kommunen und ansässigen Unternehmen an den Projekten würden es ermöglichen, die positive regionale Wertschöpfungskette in der Region zu belassen. Durch die Vergabe von Energieprojekten an überregionale Investoren hingegen wäre diese Chance vertan.

"Nicht Großkonzernen das Feld überlassen"

Wörtlich heißt es in dem Brief unter anderem: "Für unsere ländlichen strukturschwachen Regionen ist es unerlässlich, so zu verfahren, um nicht Großkonzernen oder Großinvestoren das Feld zu überlassen. Die Bindung der Energieversorgung an regionale Eigentümer ist die beste Voraussetzung für eine dezentrale Energieversorgung. Sie verankert die Energieproduktion vor Ort, auch wenn die vermeintliche Rendite vorübergehend höher wäre. Eine verlässliche Energieproduktion zu einem moderaten Preis könnte unabhängig vom Weltgeschehen auf Dauer gewährleistet werden." Weiter Vorteil: Durch eine breite Bevölkerungsbeteiligung vor Ort könnten sich Zielkonflikte und Neiddebatten besser entschärfen lassen.

Der offene Brief endet mit folgendem Aufruf: "Wir appellieren an alle kommunalen Vertreter und Vertreterinnen, aber auch an alle Landbesitzer und Landbesitzerinnen und alle Betriebe in der Samtgemeinde Hadeln, sich der Energiegenossenschaft zusammenzusetzen und gemeinsam über eine direkte Bürger-Beteiligung zu beraten, bevor sie ein Energieprojekt an eine Investment-Gesellschaft vermitteln.

Die vor zwölf Jahren aus dem Stadtentwicklungsprozess gegründete bürgerschaftliche Genossenschaft sieht sich als lokaler Wegbereiter, wegzukommen von fossilen und atomaren Energieträgern. Für Otterndorf produzieren die Genossen bereits grünen Strom. Auf städtischen Dächern sind zwei Fotovoltaikanlagen aufgebaut. Gespannt ist der Vorstand, welche Resonanz ihr Vorstoß erzeugt: "Wir freuen uns schon sehr über einen konstruktiven Dialog."

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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