Der 400-Meter-Containerfrachter "Mumbai Maersk" lief Anfang Februar auf der Nordsee vor der Insel Wangerooge auf Grund. Die Havarie verlief glimpflich. Foto: Schuldt / dpa
Schiffsunfall

Erste Ermittlungsergebnisse: Deshalb blieb die "Mumbai Maersk" vor Wangerooge stecken

von Redaktion | 22.02.2022

WILHELMSHAVEN. Das Schiff "Mumbai Maersk", das unter dänischer Flagge fährt, war von Rotterdam nach Bremerhaven unterwegs. Am Mittwoch, 2. Februar, gegen 23 Uhr havarierte das Schiff beim Ansteuern der Wesermündung. Jetzt liegen die ersten Ermittlungsergebnisse vor.

Das Containerschiff «Mumbai Maersk» ist nach ersten Erkenntnissen wegen einer Fehleinschätzung beim Navigieren havariert. Das teilte die Wasserschutzpolizei am Dienstagmorgen mit. Der Containerriese hatte sich Anfang Februar im flachen Wasser gut sechs Kilometer nördlich der Insel Wangerooge festgefahren.

Fehleinschätzung mit verheerenden Folgen

Das knapp 400 Meter lange Schiff hatte freigeschleppt werden müssen und war dann in Bremerhaven eingelaufen. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei musste das Schiff wegen Liegeplatzproblemen im Fahrwasser drehen und wieder in Richtung See auslaufen, um auf eine neue Einlaufzeit zu warten. Kurz nach diesem Drehmanöver habe die Schiffsführung die Anordnung erhalten, nun doch einzulaufen, da der Liegeplatz mittlerweile zur Verfügung gestanden habe.

Ermittlungen gegen Schiffsführung und Lotsen

Bei dem erneuten Drehmanöver sei das Schiff auf eine Schüttstelle für Baggergut aufgefahren. Hinweise auf technische Probleme an Bord konnten demnach nicht festgestellt werden.

Um Erkenntnisse für den Grund der Havarie zu erhalten, hatten die Behörden Aufzeichnungsgeräte, sogenannte VDR (Voyage Data Recorder), elektronische Seekarten und die Radaraufzeichnungen der Verkehrszentralen der Wasserstraßen und Schifffahrtsämter ausgewertet. Gegen die verantwortliche Schiffsführung auf dem Containerschiff sowie die beteiligten Lotsen seien Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden. 

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