Offshore-Wind:

Es fehlen noch Speicher für Energie

12.07.2016

HAMBURG/CUXHAVEN. Die Energiewende ist eine komplexe Herausforderung. Der Hamburger Senat hat daher vor fünf Jahren das Cluster Erneuerbare Energien gegründet. Über die Zielsetzung berichtete der Vorstand jetzt in einer Pressekonferenz. Von Thomas Sassen

 „Wir haben ein Spiel verloren. Unser Wunschkatalog war ein anderer.“ Hinter dieser moderaten Formulierung verbirgt Hamburgs parteiloser Wirtschaftssenator Frank Horch seine Enttäuschung über das vergangenen Freitag beschlossene Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Es drosselt den Bau von Windparks in der Nordsee für die nächsten Jahre. Aus Sicht Hamburgs die falsche Entscheidung.

187 Unternehmen in der Metropolregion Hamburg sind angetreten, die Erneuerbaren Energien, vor allem die Windenergie, voranzutreiben. Dazu haben sie sich in einem Netzwerk, dem sogenannten Cluster Erneuerbare Energien Hamburg, zusammengeschlossen.

Fünf Jahre nach Gründung zogen Horch, Michael Westhagemann, CEO Siemens AG Region Nord und Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Clusters, und dessen Geschäftsführer Jan Rispens am Montag Bilanz.

Hamburg ist die Spinne im Netz für die Erneuerbaren Energien. In der Hansestadt haben namhafte Unternehmen der Branche ihre Zentralen eingerichtet. Auch Forschung und Entwicklung konzentrieren sich inzwischen in Hamburg. Dazu kommt die Metropolregion beidseitig der Elbe als „verlängerte Werkbank“. Bestes Beispiel ist die Ansiedlung des Siemens-Turbinenwerks in Cuxhaven, eine Entscheidung die er persönlich unterstützt hat, wie der Hamburger Wirtschaftssenator kürzlich bei einem Empfang im Schloss Ritzebüttel erklärte.

Der energiepolitische Schlingerkurs der Bundesregierung verhagelt Hamburg dagegen die sehr positive Bilanz von fünf Jahren Netzwerkarbeit für regenerative Energien. Die norddeutschen Länder haben sich mit ihrem Interesse am schnelleren Ausbau von Offshore-Windenergie gegenüber dem Süden nicht durchsetzen können, erklärte Michael Westhagemann während einer Pressekonferenz in der Hamburger Wirtschaftsbehörde.

In der Metropolregion Hamburg gibt es knapp 1500 Unternehmen in der Erneuerbare-Energien-Branche. Sie beschäftigen knapp 25 000 Mitarbeiter, von denen rund 14 500 in Hamburg angestellt sind. In Zusammenarbeit mit den Hochschulen wollen die Unternehmen auch innovative Technologien und Anwendungen voranbringen und Neues entwickeln.

Power-to-Gas hat Potenzial

Das größte Potenzial sieht der Geschäftsführer Jan Rispen in der Speicherung von Energie beispielsweise als Wasserstoff sowie im Wärmebereich (Power-to-Heat). Wasserstoff als Energieträger könne mittelfristig fossile begrenzt verfügbare Brennstoffe wie Diesel, Benzin oder Erdgas abzulösen. Die zum Beispiel aus Windstrom stammende überschüssige Energie wird genutzt, um Wasserstoff herzustellen, der so lange gebunkert werden kann, bis er zum Beispiel als Treibstoff für Busse und Pkw benötigt wird. Entsprechende Power-to-Gas-Pilotprojekte laufen bereits in Hamburg. Eine Wasserstofftankstelle befindet sich beispielsweise im Bereich der Hafencity.

Die Salzkavernen bei Stade würden sich nach Meinung von Westhagemann als Wasserstoffspeicher eignen. Überhaupt sieht der Siemensmann im Bereich der Speichertechnologie für den Norden großes Potenzial.

Aber die Akteure im Cluster Erneuerbare Energien schauen nicht nur auf den Bereich Windstrom. Informations- und Kommunikationstechnik spielen für die moderne, mehr und mehr dezentrale Stromversorgung eine entscheidende Rolle, lautet eine Erkenntnis aus der Netzwerkarbeit.

Unter dem Titel „Norddeutsche Energie Wende 4.0“ haben sich Hamburg und Schleswig-Holstein zu einer Projektinitiative aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammengeschlossen.

Während Schleswig-Holstein dank Windenergie schon heute fast energieautark ist, kann Hamburg Spitzen und künftige Potenziale aus dem Flächenland in sein Stromnetz aufnehmen. Ziel des länderübergreifenden Projektes ist es, durch intelligente Steuerung eine nachhaltige Stromversorgung im Norden sicherzustellen.

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