Immer mehr Sicherheitsauflagen erschweren die Umsetzung von Festen. Foto: Archiv
Kommentar zum Thema Sicherheit

Feste im Cuxland: Strukturen anpassen

04.02.2019

Die Politik kann das Ehrenamt noch so viel loben. Es hilft nicht. Die Zeiten haben sich geändert. Das wird landauf, landab in unseren Vereinen sichtbar, denen es immer schwerer fällt, das Vereinsleben am Laufen zu halten und die Vorstandsposten zu besetzen.

Das liegt am veränderten Freizeitverhalten. Gefühlt hat heute kaum noch jemand wirklich freie Zeit, weil die Anforderung im Job härter geworden und die sogenannte Freizeit von vorne bis hinten durchgeplant ist. Da ist für die Belange des Vereins oder den Plausch am Tresen in der Stammkneipe (gibt es so etwas überhaupt noch?) kein Platz mehr. Außerdem fehlen im vergreisenden Cuxhaven die jungen Leute, die potenziellen Nachrücker. Deshalb verändern sich Vereine und ehrenamtliche Organisationen zuerst schleichend und dann immer schneller. Einige sterben einen langsamen Tod, andere passen sich den veränderten Bedürfnissen an. Auf der Strecke bleiben dabei Feste und Aktivitäten, die Jahrzehnte zu den Höhepunkten jedes Vereins- und Dorflebens gehört haben. Die Ehrenamtlichen wuppen es nicht mehr. Entweder man holt sich professionelle Hilfe oder gibt gleich auf.

Diese Erfahrungen machen derzeit fast alle Veranstalter von öffentlichen Großveranstaltungen, die einen mehr, die anderen weniger. Kaum ein Schützen- oder Sportverein hat noch ausreichend junge Leute in seinen Reihen, die bereit und in der Lage sind, vor und nach der großen Party die Würstchenbude oder das Festzelt auf- und abzubauen, zum Weihnachtsmarkt die Lichterketten zu installieren oder die Werbeschilder am Dorfeingang sturmfest zu montieren. Außerdem erhöhen Kosten für professionelles Sicherheitspersonal, Haftpflichtversicherungen, verkehrliche Auflagen und diverse Absicherungen das Risiko, als Ehrenamtlicher am Ende auf einem Schuldenberg sitzen zu bleiben.

Daraus allerdings den Schluss zu ziehen, dass die steigenden Sicherheitsauflagen allein am Niedergang der Dorffeste schuld sind, ist unredlich. Die Rahmenbedingungen insgesamt haben sich geändert. Die Veranstalter müssen ihre Konzepte verändern, neue Ideen entwickeln, vielleicht mit anderen zusammenarbeiten, um wieder mehr Besucher anzulocken und am Ende auch wieder etwas mehr in der eigenen Vereinskasse zu haben.

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