Die Weser-Elbe-Sparkasse schließt Filialen im ländlichen Raum im Cuxland. Foto: Stratenschulte
Kommentar zur Sparkasse

Filialschließungen: Niedergang des ländlichen Raumes?

von Egbert Schröder | 12.12.2018

Das ist natürlich ein Schlag ins Kontor für einige Dörfer: Die Weser-Elbe-Sparkasse schränkt ihre Dienstleistungen in vielen Gemeinden ein.

Entweder gibt es nur noch SB-Terminals, an denen man Geld abheben und im günstigsten Fall auch noch Überweisungen tätigen kann. Andere Kommunen werden künftig mobil per Bus oder "Bargeld-Bring-Service" versorgt.

Ich kann Kritik an diesen Veränderungen und Verschlechterungen gerade im ländlichen Raum natürlich verstehen. Wieder bricht ein Stück der dörflichen Infrastruktur weg, die Attraktivität leidet.

Aber mal Hand aufs Herz: Jeder Bürger hat es selbst in der Hand, die dörflichen Strukturen zu stärken. Wer geht denn noch zur Beratung in die örtliche Sparkasse oder Bank? Wer erledigt denn seine großen Einkäufe im Dorf und nicht bei den großen Märkten im Nachbarort? Wer bestellt denn nicht im Internet Produkte, die er eigentlich auch in der Region kaufen könnte, aber für ein paar Euro günstiger als Paket geliefert bekommt?

Das Sterben der Sparkassen- und Bankfilialen vollzieht sich - forciert durch die Digitalisierung - doch nur zeitversetzt. Im Einzelhandel ist dieser Prozess schon längst in vollem Gange oder leider bereits abgeschlossen.

Eines aber noch: Mir tun die älteren Menschen leid, die zum Teil seit Jahrzehnten in ihrem Dorf leben und die nicht in der Lage sind, sich einfach in einen Wagen zu setzen und Einkäufe im Nachbarort oder auch dort ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Sie sind die Leidtragenden einer Politik und einer Entwicklung, die den ländlichen Raum ausbluten lässt. Die Mobilität fehlt, das Angebot im Ort tendiert gen Null. Es ist ein Teufelskreis - und wahrscheinlich nicht mehr zu ändern.

Egbert Schröder

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

eschroeder@no-spamcuxonline.de

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