Die Entschließung fordert eine möglichst enge wirtschafts- und sicherheitspolitische Partnerschaft und formuliert unter anderem auch Erwartungen zur zukünftigen Fischereikooperation. Archivfoto: Brockhöfer
Kooperation mit Großbritannien

Fischerei hat Priorität bei Verhandlungen in Straßburg

10.02.2020

STRAßBURG/CUXHAVEN. Das Europäische Parlament wird diese Woche im Rahmen der Plenartagung in Straßburg eine umfangreiche Entschließung zu den zukünftigen Beziehungen mit dem Vereinigten Königreich verabschieden.

Darauf weist der Europaabgeordnete David McAllister (CDU) hin. Er leitet die EU-UK-Koordinierungsgruppe im Parlament. Die Entschließung fordert eine möglichst enge wirtschafts- und sicherheitspolitische Partnerschaft und formuliert unter anderem auch Erwartungen zur zukünftigen Fischereikooperation.

Der Parlamentstext unterstreicht, dass der freie Zugang für Fischer aus der Europäischen Union zu den britischen Gewässern und Häfen untrennbar mit der Frage des freien Handels und des Zugangs britischer Fischereierzeugnisse zum Binnenmarkt verbunden ist. Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU entbinde die britische Regierung nicht von ihrer Verantwortung, als Küstenstaat eine nachhaltige Bewirtschaftung gemeinsam genutzter Fischbestände zu gewährleisten. Nun gelte es, eine für beide Seiten vorteilhafte und umfassende Fischereipartnerschaft anzustreben.

David McAllister erläutert: "Das zukünftige Fischereiabkommen soll auf den in der Gemeinsamen Fischereipolitik festgelegten Grundsätzen für eine nachhaltige Nutzung und Erhaltung der Meere basieren und ausgeglichene Lösungen zum Wohle der Fischer und der Wirtschaftsbeteiligten im Fischereisektor sowie für die Verbraucher enthalten."

Die neue Partnerschaft müsse den gegenseitigen Zugang zu den Gewässern in der Nordsee gewährleisten und den bestehenden, stabilen Quotenanteil der Europäischen Union und des Vereinigten Königreichs an den gemeinsam befischten Beständen aufrechterhalten.

"Die künftigen britischen Regeln für das Fischereimanagement sollten dem Standard der derzeitigen Vorschriften und Verpflichtungen entsprechen", so David McAllister. Dabei dränge die Zeit sehr, denn bis zum 1. Juli solle es bereits eine Vereinbarung über die zukünftige Fischereikooperation geben. Die Verhandlungen werden voraussichtlich im März beginnen.

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